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Weicher und barocker Klang

Dienstag, 20.07.2010, 18:07 Uhr

Münster-Kinderhaus - 540 Pfeifen glänzen. Das ist das Werk von Burkhard Klimke , der die Ott-Orgel in der Markuskapelle gesäubert und intoniert hat. Sie war unspielbar, Klimke traf auf „Staub und Schimmel“. Von all dem ist nicht mal mehr etwas zu erahnen.

„Am 12. September, beim Tag des offenen Denkmals , wird die Orgel um 11 und um 14 Uhr zu hören sein“, kündigt Werner Riemann vom Verein „Schlaraffia Mimegarda“ an. Die Schlaraffen sind Eigentümer der denkmalgeschützten, ehemaligen Markuskapelle, die seit zwei Jahren keine Kirche mehr ist. Die Schlaraffen nennen sie „Burg“ und haben den Förderverein Markuskapelle Münster gegründet. Er hat die Mittel zur Restaurierung der Orgel zusammengebracht.

Orgel- und Harmoniumbauer Burkhard Klimke hat die Arbeit Freude gemacht. Orgeln von 1950 seien selten. Paul Ott habe damals zu den führenden Firmen gehört und früh nach Amerika exportiert. Die Orgel in der Markuskapelle schätzt Klimke als typischen Zeitzeugen. Die Steuerung der Orgel funktioniere rein mechanisch, nur Lampe und Motor seien elektrisch. Es seien weder Kunststoffe noch Tischlerplatten verarbeitet worden.

Damals habe es eine Rückbesinnung auf die traditionellen Werte der Barockorgel, wie Bach sie gespielt habe, gegeben. Auch die Auswahl der Register sei nach barocken Prinzipien erfolgt.

Burkhard Klimke hat die Ott-Orgel in der ehemaligen Markuskapelle im Klang etwas überarbeitet. „Sie ist etwas weicher, barocker, fülliger intoniert“, erklärt er. Klimke hat zum Beispiel die Pantanella-Orgel in Rom (St. Girolamo) restauriert oder die dreimanualige Orgel in Warschau in der Klosterkirche der Brüderschaft des Ordens von Jerusalem intoniert. Er kennt besondere Instrumente.

Die Ott-Orgel ist ihm bei der Restaurierung ans Herz gewachsen: „Die Arbeit hat Spaß gemacht.“ 540 Pfeifen, zwei Manuale, Pedale und neun Register. Er schätzt die Orgel auch, weil sie „langlebig und solide“ ist. Wegen der hohen Temperaturen muss das Stimmen noch warten. „Ab 22 Grad Celsius ist Schluss“, erklärt der Orgelfachmann. Er wird sich gedulden, bis sich die Temperatur durchgängig auf 20 Grad einpegelt.

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