Urteile
Autofahrer haftet bei Unfall mit falsch fahrendem Radfahrer

Mittwoch, 22.09.2010, 00:09 Uhr

Celle - Ein Autofahrer haftet für einen Unfall mit einem Radfahrer, auch wenn dieser auf dem Radweg verbotswidrig in falscher Richtung fährt. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts ( OLG ) Celle hervor (Az.: 14 U 157/09). Allerdings ist in diesen Fällen von einer Haftungsteilung auszugehen, da weder der Radfahrer noch der Autofahrer ganz schuldlos an dem Unfall sind. Das Gericht gab mit seinem Urteil der Schadenersatzklage einer Radfahrerin nur zur Hälfte statt. Die Klägerin war auf einem Radweg in falscher Richtung gefahren. Der Autofahrer wiederum blickte beim Abbiegen nicht nach rechts auf den kreuzenden Radweg, da er von dort nicht mit Radfahrern rechnete. Daher übersah er die Klägerin, so dass beide kollidierten. Das OLG hielt dem Autofahrer vor, er hätte mit der „allgemein bekannten Disziplinlosigkeit“ von Radfahrern rechnen müssen. Aber auch der Verkehrsverstoß der Klägerin sei erheblich, so dass eine Haftungsteilung angemessen sei.

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