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Unbekannte beschädigen Paul Wulf-Skulptur in Münster vor Einweihung

Montag, 06.09.2010, 08:09 Uhr

Münster - Das ist ja nicht allzu lange gut gegangen: In der Nacht vor ihrer offiziellen Übergabe wurde die Paul-Wulf-Skulptur am Servatiiplatz von Unbekannten attackiert. Als schwächste Stelle der Skulptur von Silke Wagner erwies sich wieder mal die überdimensionale Brille: Sie wurde abgebrochen, wahrscheinlich hat jemand schwere Steine geworfen.

Für Dr. Bernd Drücke vom „Freundeskreis Paul Wulf “ stehen die Täter fest: „ Neonazis “ seien es gewesen, sagt er aufgebracht; wohl wissend, dass die dauerhafte Erinnerung an Paul Wulf und sein Werk nicht überall in der Stadt auf Gegenliebe stößt. Der CDU-Politiker Richard-Michael Halberstadt hat jedenfalls angeboten, dass die Nachbarschaft die riesige Zement-Figur unter ihre Fittiche nehmen könnte.

Oberbürgermeister Markus Lewe erinnert in seiner kurzen Ansprache beim Festakt zur Einweihung an die kontroverse Diskussion, ob die Statue nun einen festen Platz erhalten solle. Und mahnte, da sie nun einmal an einer so wichtigen „Einflugschneise“ stehe, an „Toleranz durch Dialog“: „Man darf die Würde dieses Denkmals nicht antasten.“

Nicht, dass dem 500-Kilogramm-Brocken aus Epoxyd-Zement ein wirklich schlimmer Schaden zugefügt worden wäre. Vom Verlust der Brille abgesehen, dürften sich die Übeltäter daran ein paar Zähne ausgebissen haben: Fußspuren zeugen von dem halbherzigen Versuch, die Figur umzuwerfen, und ein paar Plakate wurden zerschnitten, ohne dass es wirklich auffiele.

Dr. Hermann Arnhold, der Leiter des Landesmuseums, freut sich, dass mit dem Paul-Wulf-Denkmal zumindest ein Teil der Skulptur-Projekte 2007 weiter für Aufregung in Münster sorge: „Ein Kunstwerk, das Widerspruch provoziert, tut dieser Stadt ganz gut“, sagt er: „Hier geht es um die Botschaft.“ Die Brille soll nun möglicherweise mit einer Stahlkonstruktion fest verankert werden.

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