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Studie: Münster ist vor Bern die Fahrradklau-Hochburg schlechthin

Münster - Kein ruhmreicher Titel: Münster ist die Fahrradklau-Hochburg schlechthin. Zu diesem Ergebnis kommt das Verbraucherportal www.geld.de, das 60 Polizeidirektionen in den größten Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt hat. Die Auftraggeber der Studie sprechen in ihrer Mitteilung von einem erstaunlichen Ergebnis: Nicht Berlin, Hamburg, Wien oder Zürich...

Montag, 11.10.2010, 00:10 Uhr

<1>Münster - Kein ruhmreicher Titel: Münster ist die Fahrradklau-Hochburg schlechthin. Zu diesem Ergebnis kommt das Verbraucherportal www.geld.de, das 60 Polizeidirektionen in den größten Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt hat. Die Auftraggeber der Studie sprechen in ihrer Mitteilung von einem erstaunlichen Ergebnis: Nicht Berlin, Hamburg, Wien oder Zürich, sondern "das architektonisch fein säuberlich herausgeputzte norddeutsche Studentenstädtchen Münster" sei die Klau-Hochburg schlechthin. Gefolgt von der Schweizer Hauptstadt Bern sowie der stolzen alten Hansestadt Bremen. Allein in diesen Städten wurden im erst jetzt statistisch komplett abgeschlossenen Jahr 2009 148.956 Fahrräder geklaut. Insgesamt kamen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehr als 400.000 Fahrräder abhanden. Auf 100.000 Einwohner entfielen in Münster im vergangenen Jahr laut Studie 1971 gestohlene Fahrräder - an jedem Tag des Jahres trifft es absolut betrachtet 15 Besitzer. In keiner anderen Stadt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt es so viele Langfinger: mit 218 Prozent liegt die Diebstahlquote über dem Klau-Durchschnitt aller anderen Städte. Dagegen gebe sich Berlin geradezu handzahm. In der deutschen Hauptstadt werden drei Mal weniger Fahrräder je 100.000 Einwohner entwendet. Zweitstärkste Diebstahlhochburg ist die Schweizer Bundeshauptstadt Bern. Hier kamen vergangenes Jahr 1837 Fahrräder je 100.000 Einwohner abhanden, insgesamt 2.378 Velos – so der schweizerische Begriff für Fahrräder. Die weiteren Diebstahl-Hochburgen sind: Basel (ebenfalls Schweiz mit 1431 pro 100Tsd Einwohner), Bremen (1.332 pro 100Tsd Einwohner), Lübeck (1.287 pro 100Tsd), Magdeburg (1.245 pro 100Tsd), Graz (Österreich; 952 pro 100Tsd), Salzburg (Österreich; 937 pro 100Tsd), Cottbus (937 pro 100Tsd) und Freiburg i.B. (935 pro 100Tsd). Die Fahrradsicherste Stadt Deutschlands ist laut geld.de-Studie übrigens Stuttgart. Dort werden mit -77 Prozent weniger nichtmotorisierte Zweiräder geklaut, als in allen anderen untersuchten 59 Städten. Die Hauptstadt des Schwabenländles verbuchte nur 145 Diebstähle pro 100.000 Einwohner. Ein Grund mag darin liegen, dass in der Stadt von Daimler und Porsche möglicherweise Autos bevorzugt werden. Sicher lebt es sich für Fahrrad-Liebhaber auch im schweizerischen Lugano (203 Diebstähle je 100Tsd Einwohner), Wuppertal (212 Diebstähle pro 100Tsd), Essen (222) oder Wiesbaden (223). Während die Aufklärungsquote gestohlener Autos bei rund 30 Prozent liegt, ist sie laut Studie bei Fahrrad-Diebstählen deutlich niedriger: Beispielsweise rund 11 Prozent in Deutschland. Als Grund hierfür sehen die Experten von geld.de einerseits zu schlampige Ermittlungsarbeit vieler Polizeibehörden, denen die Suche nach gestohlenen Fahrrädern zu aufwendig ist. Andererseits seien viele Fahrräder mit zu unsicheren Schlössern versehen, die innerhalb von Sekunden geknackt werden könnten. Besonders in kleineren Städten könnte die polizeiliche Aufklärungsarbeit deutlich besser sein, da das Räuber-Einzugsgebiet überschaubarer sei als in Großstädten. Die Aufklärungsquoten sind allerdings nicht in allen Regionen schlecht und variieren stark – zwischen 36 Prozent in Magdeburg oder 32,6 in Wuppertal und nur 1,2 Prozent in Bern (Schweiz) oder 2,5 Prozent in Heidelberg und 3 Prozent in Wien. Eine Grund-Erkenntnis der Studie ist: Einmal mehr zeigt sich, dass es sich in Großstädten nicht unbedingt unsicherer lebt als in kleineren Städten.

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