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Umstrittener Referent bei „Islam-Woche“

Freitag, 22.10.2010, 03:10 Uhr

Münster - Der Integrationsrat der Stadt Münster hat der am Montag beginnenden „Islamischen Woche“ der „Muslimischen Studierendengemeinde“ bis auf Weiteres seine Unterstützung entzogen. Grund ist die Teilnahme des umstrittenen Vorsitzenden der Islamischen Gemeinschaft Deutschland ( IGD ), Ibrahim El-Zayat . „So lange die Sache nicht geklärt ist, distanzieren wir uns von der Veranstaltung und werden sie auch nicht finanziell unterstützen“, stellt Spyros Marinos, Vorsitzender des Integrationsrates, klar.

Im Verfassungsschutzbericht 2009 wird die IGD zu den „islamistischen Gruppierungen“ gezählt. Sie sei die mitgliederstärkste Organisation von Anhängern der Muslimbruderschaft, die als „revolutionär und fundamentalistisch“ gelte und Selbstmordanschläge legitimiere.

Wie im Bericht des Verfassungsschutzes weiter nachzulesen ist, trat El-Zayat 2009 auf der Jahrestagung der „Muslimischen Jugend in Deutschland“ (MJD) auf. Diese biete unter anderem Schulungen an, deren Teilnehmer „gegen die westliche Gesellschaft emotionalisiert“ werden sollen.

2007 nahm El-Zayat an der vom damaligen Innenminister Schäuble angestoßenen „ Islamkonferenz “ teil, obwohl er gar nicht eingeladen war - was bei etlichen Teilnehmern auf Unverständnis stieß. Die heutige Familienministerin und CDU-Islamexpertin Kristina Schröder warf der IGD anschließend vor, „eine sehr radikale Haltung zu vertreten, die die absolute Geltung des Grundgesetzes nicht akzeptiert“. Im Gegensatz zu Terroristen gehe die IGD nicht gewalttätig vor, sondern nutze „gesetzliche Freiräume, um gegen unsere Rechtsordnung vorzugehen“. El-Zayat selbst bestritt immer wieder Kontakte zu Extremisten.

Die MSG hatte ihn als Referenten eingeladen, „weil er in Deutschland aufgewachsen ist und die Islamkonferenz unterstützt hat“, betont Marzem Alkazak, stellvertretender Vorsitzender der Muslimischen Studierendengemeinde. Über die Anmerkungen im aktuellen Verfassungsschutzbericht werde nun noch einmal der Vorstand beraten. „Sollte sich die Teilnahme von Herrn El-Zayat als problematisch erweisen, werden wir möglicherweise einen anderen Gast einladen.“ Mit Islamisten, so Alkazak, habe die MSG jedenfalls „nichts zu tun“.

Die„Islamische Woche“ soll in der „Brücke“, dem internationalen Zentrum der Universität, stattfinden. „Wenn es klare Erkenntnisse gibt, dass unter den Rednern Extremisten sind, werden wir darauf drängen, die Veranstaltung abzusagen“, betonte Uni-Sprecher Norbert Robers.

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