Münster
Lieferengpass beim neuen Personalausweis

Montag, 09.01.2012, 09:01 Uhr

Münster - Die bekannte Erika Mustermann hätte sie bestimmt alle - die elektronischen und biometrischen Funktionen des neuen Personalausweises . Denn die fiktive Bundesbürgerin wirbt mit ihrem Gesicht und ihren Daten natürlich auch für das neue Ausweispapier. Obschon sich der Name „Papier“ bald aus dem Sprachgebrauch verlieren dürfte: Das seit dem 1. November 2010 herausgegebene neue Dokument kommt als Scheckkarte daher.

Wenn es denn kommt. Deutschlandweit wird über Lieferengpässe der Bundesdruckerei geklagt, die auch Münster betreffen. Sogar einige Antragsteller der „ersten Stunde“ warteten noch auf das Dokument, schildert Lothar Schlenker . „Aber“, so der Leiter des Bürgerbüros Mitte mit Skepsis in der Stimme, „die Bundesdruckerei hat uns zugesagt, dass bis Weihnachten alle Ausweise vorliegen.“

So fortschrittlich wie Erika Mustermann (oder gutgläubig, wie mancher Datenschützer argwöhnt) kommt auch der Großteil der rund 4000 Münsteraner daher, die die Identitätskarte schon beantragt haben. „75 bis 80 Prozent lassen die elektronischen Funktionen geschaltet“, berichtet Schlenker.

Mit Hilfe dieser Funktionen lässt sich der Personalausweis nicht länger nur optisch, sondern auch online via Internet lesen. Der Inhaber kann sich damit also auch aus der Ferne verlässlich gegenüber Behörden oder Gewerbetreibenden ausweisen. Besondere Nachfragen dazu gebe es nicht, sagt Schlenker, und führt dies auf die umfangreiche Beratungspflicht in den Bürgerbüros zurück.

„Eine recht hohe Zahl“ der Antragsteller sei, so Schlenker, auch bereit, ihre Fingerabdrücke auf dem neuen Dokument speichern zu lassen. Zusammen mit dem digitalen Passfoto sollen sie Betrug mit gestohlenen Personalausweisen verhindern.

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