Schwebender Beton
A 43: Brückenbeton lernt fliegen

Münster -

Für zwei Nächte musste die A43 gesperrt werden. Der Landesbetrieb Straßenbau baut im Kreuz Münster-Süd eine neue Brücke – und die Fertigteile sind über 30 Meter lang und über 50 Tonnen schwer.. .

Mittwoch, 29.12.2010, 14:12 Uhr

Eisig pfeift der Wind über das Autobahnkreuz Münster-Süd. Doch noch sind die Böen nicht stark genug, um die Arbeiter aus der Ruhe zu bringen: Mit routinierten Handgriffen schlagen sie die immerhin 55 Tonnen schweren Einzelteile an, die von Tiefladern an die Baustelle gebracht werden. Denn aus 24 Einzelstücken soll die neue Brücke der A 1 über die A 43 gebaut werden.

Doch bevor die neue Brücke eine Fahrbahndecke erhält, müssen erst einmal die Einzelteile an Ort und Stelle. Dazu wurde die A 43 am Wochenende nächtens gesperrt. Ein schwerer Autokran wurde aufgebaut, ein wahrer Koloss: Mit seinen 700 Pferdestärken und einer maximalen Hakenhöhe von 145 Metern konnte er die 28 Meter langen und 1,50 Meter breiten Einzelteile problemlos an Ort und Stelle befördern.

„Nachdem wir bereits im Sommer dieses Jahres den Verkehr auf die neue westliche Brückenhälfte umgelegt haben, konnte im August die zweite alte Brückenhälfte abgebrochen werden“, sagte Christian Müller , Abteilungsleiter Bau beim Landesbetrieb Straßen NRW . In den vergangenen Monaten wurden noch neue Fundament, die seitlichen Auflager und die Mittelstützen für die östliche Brückenseite hergestellt.

Während Tieflader auf Tieflader an der Baustelle anrückt, machen sich die ersten Handwerker schon an die Arbeit: Wenn die Einzelteile erst einmal nur aufgelegt wurden, mussten sie doch zumindest mit punktuellen Schweißnähten gesichert werden. „Später werden die Zwischenbereiche auch noch einmal mit Zement aufgefüllt, dann kommt die Verschalung und eine Fahrbahn“, so Müller.

In der Zwischenzeit hat der Kran erst drei Einzelteile eingehoben, obwohl schon zwei Stunden vergangen waren: Ist der Zeitplan etwa in Gefahr? „Nein, aber gerade die ersten Teile müssen besonders sorgfältig platziert werden, denn sie dienen als Anschlagpunkt für die Ausrichtung der kommenden Stücke“, so Müller. Verständlich, dass viel Präzision gefragt ist.

Nachdem in der Nacht zu Samstag erst ein Teil der Brücke fertiggestellt wurde, mussten die Arbeiter auch am Sonntag noch einmal ran. In der Zwischenzeit ist auch Herbert Zywietz wieder an der Arbeit und baut seinen Grill an der Baustelle auf. Auf einem Pritschenwagen werden Steaks und Würstchen gegrillt, damit sich die Männer stärken können. „Wer viel arbeitet, soll auch essen“, lautet seine Devise. Und davon machen die Arbeiter kräftig Gebrauch.

Dass man sich an dem Grill auch ein wenig aufwärmen kann, ist bei dem eisigen Wind ein sehr willkommener Nebeneffekt.

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