Superhirn im Feuersturm
„Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“: Atemlose actionbetonte Fortsetzung des Krimi-Abenteuers

Der Meisterdetektiv Sherlock Holmes hat 2009 durch Guy Ritchies Modernisierung im historischen Gewand und die diesjährige Holmes-Trilogie der BBC, die das Superhirn sensationell erfolgreich in die Gegenwart versetzte, bewiesen, dass sie derartigen Paradoxien locker gewachsen ist. Aus der Revitalisierung des Stoffes erwächst in „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ ein Holmes, der als Actionheld Ansprüchen perfekter Kinounterhaltung genügt und genügend Chuzpe hat, um mit Gehirnzellen im Turbogang als Mega-Detektiv zu überzeugen.

Mittwoch, 08.12.2010, 13:12 Uhr

Holmes ( Robert Downey Jr. ) findet heraus, dass zwischen den Europa 1891 erschütternden Bombenattentaten, den Auseinandersetzungen zwischen Anarchisten und Nationalisten und den Aktionen seines Erzfeindes Professor Moriarty (Jared Harris) ein Zusammenhang besteht. Er kann nicht verhindern, dass seine Geliebte Irene Adler (Rachel McAdams) von Moriarty ermordet wird. Holmes unterbricht die Hochzeitsreise von Wegbegleiter Dr. Watson (Jude Law), lernt Moriarty kennen und hetzt ihn mit Hilfe der Wahrsagerin Sim (Noomi Rapace) von London bis in die Schweiz, wo es an den Wasserfällen von Reichenbach (!) zum Showdown der Genies kommt.

Holmes zweites Abenteuer ist atemloser und actionbetonter, zudem aufwendiger als der Vorgänger – bei einer Produktion von Joel „Matrix“ Silver ist das kein Wunder. Guy Ritchie fährt mit Stakkato-Schnitt, Zeitlupe und Zeitraffer filmische Attacken auf, während Pistolen, Kanonen und Mörser für die furiose Artillerie sorgen und die Szenen in der Waffenfabrik auf den Weltkrieg verweisen, den Moriarty entfesseln will. Kameramann Philippe Rousselot taucht das industrielle Zeitalter, in dessen Feuerstürmen sich Holmes beinahe verliert, in sepia-getönte Einstellungen – ein reizvoller Kontrast.

Downey Jr. und Law überzeugen erneut als sich ironische Dialogbälle zuwerfendes Gespann, wobei Downey mit zwischen Hyperaktivität und Neurosen pendelnder Psyche im Vorteil ist. Jared Harris ist als Moriarty ein teuflischer Napoleon mit zynischer Abgeklärtheit, Noomi Rapace („Millenium“) sorgt als schlagkräftige aparte Zigeunerin für exotisches Flair. Die Musik von Hans Zimmer nutzt Violine und Dudelsack für Polka und Walzer und klaut eine von Ennio Morricones besten Kompositionen. Und Schuberts „Forelle“ erfährt im visuellen wie akustischen Genuss dieses Sperrfeuers mit einem am Haken zappelnden Holmes eine völlig neue Dimension.

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