NRW-Minister Voigtsberger zu Gasbohrungen
Land kennt keine Hinderungsgründe

Montag, 17.01.2011, 07:01 Uhr

Münster/ Düsseldorf - Nüchtern und sachlich klingen die Antworten zu den Erdgas-Erkundungen im Münsterland . Der Drensteinfurter FDP-Landtagsabgeordnete Stefan Romberg hatte nach den Auswirkungen der Bohrungen mit Hilfe der „Frac-Technologie“ gefragt.

NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger kennt bislang keine negativen Auswirkungen, die das Herauslösen des gebundenen Erdgases mittels einer in die Tiefe gepumpten Chemielösung hervorruft. Die Berichte über negative Folgen aus den USA deckten sich nicht mit den Erfahrungen, die das Land Niedersachsen seit einigen Jahren bei der Gas- und Ölförderung gesammelt hat.

Dennoch: Die Landesregierung reagiert auf die Bedenken der Anwohner im Münsterland. Sie will mit Hilfe von Gutachten einheitliche Kriterien festlegen, um die Auswirkungen der Bohrungen auf das Grundwasser wie auch die Folgen der Frac-Technologie beurteilen zu können. Für die Genehmigung der Probebohrungen in Nordwalde kommt das wohl zu spät. Offen bleibt, ob die in Borken und Drensteinfurt geplanten Erkundungen schon auf Basis neuer Erkenntnisse bewertet werden können.

Romberg wollte in seiner kleinen Anfrage auch wissen, welche Stoffe Exxon Mobil beim Fracing in den Boden pumpt. Voigtsberger muss sich auf Exxon-Angaben berufen und veröffentlicht die grobe Zutatenliste. Demnach setzt Exxon unter anderem das Tonmineral „Bentonit“, Kartoffelstärke mit Konservierungsmittel, Cellulose, die die Viskosität erhöhen soll, das Bakterizid „M-I Cide“ Pottasche, Kaliumchlorid (Salz), das Verdickungsmittel XC-Polymer und den Entschäumer Defoamex ein.

FDP-Politiker Romberg freute sich, „dass damit jetzt Transparenz hergestellt ist“. Denn die halte er in Verbindung mit Bürgerbeteiligung für wichtig in der Diskussion. Die nüchterne Stellungnahme der rot-grünen Landesregierung wertet der Liberale positiv, kritisiert zugleich aber die Diskrepanz zur Haltung der Grünen vor Ort: „Die können nicht im Land Opposition spielen und in Düsseldorf regieren.“

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