Facebook-Fußball-Fans
Bayern München ist Netz-Meister

Mittwoch, 02.02.2011, 00:02 Uhr

Münster - Sportlich kann der FC Bayern München derzeit nicht mit Borussia Dortmund mithalten. Und auch, was die Zuschauerzahlen angeht, liegt Dortmund unangefochten auf Platz eins der Fußball-Bundesliga. Die meisten Fans hat aber nach wie vor der Rekordmeister aus München. Und das nicht nur im wirklichen Leben. Auch im Web. Die eigene Homepage ist in Zeiten von Social Media und Web2.0 längst nicht mehr Online-Anlaufstelle Nummer eins. Auch die Bundesliga-Klubs sind vom Facebook-Fieber infiziert: 16 von 18 Vereinen haben eine offizielle Fanpage in der größten Community der Welt. Nur der SC Freiburg und Schalke 04 sind dort noch nicht mit einer eigenen Seite präsent. „Aus Kostengründen“, wie Freiburgs Pressesprecher Rudi Raschke erklärt. „Wir sind die letzte Ein-Mann-Pressestelle der Bundesliga und aus Kapazitätsgründen aktuell nur bei Twitter und YouTube aktiv. Eine eigene Facebook-Redaktion ist uns derzeit noch zu kostspielig. Wir beobachten das aber und unterstützen so lange eine inoffizielle von Fans betriebene Facebook-Seite.“ Die bringt es immerhin auf knapp 13 000 Fans. Damit würde Freiburg in der Bundesliga-Facebook-Tabelle (siehe Grafik) auf Platz 12 rangieren. Wenn es denn die eigene Fanpage wäre Auf Schalke ist man trotz riesiger Fangemeinde noch nicht von offizieller Seite im Web2.0 angekommen - dort überlässt man Facebook den Anhängern (mehr als 100 000 Fans auf der von Fans betriebenen Fanpage) und dem Hauptsponsor (rund 8100 Fans bei Facebook). Social-Media-Experten sind sich einig, dass die Anzahl der Fans nicht alleiniges Kriterium für die Bewertung einer Facebook-Fanpage sein kann. Aber Fußball ist bekanntlich aufm Platz und für Schönspielerei und Lattenkracher hat noch niemand Punkte bekommen. So bringen die Bayern mit mehr als 624 000 Fans (alle Zahlen: Stand 24. Januar 2011) die Facebook-Meisterschaft ganz souverän nach Hause. Dortmund (153 924), Bremen (131 367), Stuttgart (128 924) und Köln (112 402) kämpfen um die Plätze dahinter. Die Schlusslichter sind Schalke und Freiburg (aus genannten Gründen) sowie Hoffenheim, Leverkusen, Mainz und Wolfsburg. Social-Media-Experte Dr. Volker Meise aus Münster hat weitere Indikatoren für die Bewertung von Facebook-Fanpages identifiziert und die Bundesliga-Vereine daraufhin bewertet. Wie ist die Qualität der Inhalte? Findet „echte“ Interaktion statt? Ist das Design gelungen? Gibt es eine Landingpage, eine Art Begrüßungsseite, die den User mit gezielten Informationen versorgt, oder wird schlicht die Pinnwand angezeigt? Wird die Facebook-Fanpage auf der Vereins-Website beworben, sprich verlinkt? Seine Bewertungen werden durch die Daumen in der Tabelle dargestellt. „Die Professionalität in der Außendarstellung der Clubs schlägt sich auch auf den Facebook-Seiten nieder“, erläutert der Experte. „Die großen Clubs bieten ihren Fans sehr gut gemachte Plattformen, um sich zu Ihren Lieblingsvereinen zu äußern. Allerdings sind die Inhalte häufig die gleichen wie auf den Vereinswebseiten. Echte Interaktion zwischen Fans und Verein - eigentlich die Stärke von Facebook - findet man nur sehr selten. Hier kann der Kontakt zu den Fans noch verstärkt werden.“ International spielen die deutschen Klubs mit Ausnahme der Bayern eher in der Facebook-Regionalliga. Branchenprimus FC Barcelona hatte Ende Januar rund 8,7 Millionen Facebook-Fans. Bei Manchester United waren es mit 8,1 Millionen Fans nur unwesentlich weniger.

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