Globetrotter mit Fahrrad
Der durchs Land der Wölfe radelt: Patrick Pohl in Kasachstan angekommen

Sonntag, 27.02.2011, 12:02 Uhr

Münster - Patrick Pohl ist ein erfahrener und unerschrockener Globetrotter. In den vergangenen Jahren hat er bereits einige große Reisen gemacht, und seit nunmehr genau 333 Tagen ist er auf seiner bisher größten Tour: Mit seinem Fahrrad Gisela umrundet er die Welt. Doch nun beschleicht ihn in Kasachstan offenbar ein etwas mulmiges Gefühl. Einheimische haben den Münsteraner gewarnt vor Wölfen.

Die könnten, so Patrick Pohl in seinem jüngsten Reisebericht, zum Problem werden, wenn er die unendlich weiten und unendlich einsamen Steppen des zentralasiatischen Landes durchquert. Noch herrscht dort tiefster Winter, für die Raubtiere wohl auch eine „Magerkost“-Zeit. Nichtsdestotrotz will Patrick Pohl auf eine Schusswaffe verzichten. Stattdessen hat er einen kleinen Metallstab an seiner Leeze. „Damit könnte ich ein paar wilde Hunde wenigstens erst einmal beschäftigen, ein Wolf würde den Stab aber wohl eher als Zahnstocher verwenden“, schreibt der unermüdliche Radler mit einem Schuss schwarzen Humor.

Derweil hat er die 25 000-Kilometer-Marke geknackt, wurde von einem netten Bürgermeister und dessen Familie reich bewirtet - „ich bekam das beste Stück Pferdefleisch auf den Teller“ - und etwas später wurde ihm dann auch noch ein Stück Land angeboten worden und die Option auf eine Herde Schafe aufzupassen.

Nun hofft Patrick Pohl, in circa zwei Wochen die russische Grenze zu erreichen. Zuvor steht jetzt aber eine Verschnaufpause in der kasachischen Hauptstadt Astana auf dem Programm, dann erst will er die nächsten Etappen in Angriff nehmen.

Positiv gestaltet sich für den jungen Münsteraner auch die Verständigung mit den Menschen in der ehemaligen Sowjet-Republik. Viele Kasachen und Russen, berichtet Patrick Pohl, sprechen ein wenig Deutsch, manche auch Englisch. Nach zwei Monaten China offenbar eine Wohltat für den Weltreisenden. „Als ich dann auch noch einen Lkw gesehen habe, auf dem in großen Buchstaben unter anderem die Wörter ,Soest-Münster´ standen, war mir klar: Es ist nicht mehr weit!“

Zu schaffen macht dem Extremradler allerdings das eisige Wetter. Bei Temperaturen weit unter minus 20 Grad ist das Pedaltreten nicht die reine Freude; und wenn dann noch immer wieder Einheimische mit ihren Autos anhalten, um ein Erinnerungsfoto mit Patrick Pohl zu machen, beginnt es ihm doch zu frösteln.

Gestartet waren Patrick Pohl und Gisela am 31. März vergangenen Jahres auf dem Prinzipalmarkt. Er hat inzwischen die USA und Australien durchquert, war in Neuseeland und zuletzt, wie erwähnt, im Reich der Mitte.

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