Debatte über Eliteschule
Experte Bos: Schlaue Schüler besser fördern

Freitag, 25.03.2011, 20:03 Uhr

Münster - Wer schnell rennt oder hoch springt, bekommt im Leistungszentrum bessere Trainingsmöglichkeiten . Meisterklassen führen begabten Musiker-Nachwuchs heran. Aber was wird zur Förderung der intelligentesten Schüler unternommen? „Viel zu wenig“, kritisiert Prof. Dr. Wilfried Bos .

„Wir müssen mehr tun für die Elitebildung“, fordert der Schulleistungstester und kommt zu dem Schluss: „Wir brauchen ein Elitegymnasium in Münster.“ Dort könnten besonders intelligente Schüler mit dem Abitur zugleich einen Bachelor-Abschluss absolvieren.

Der Wissenschaftler, der in Münster wohnt und am Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund lehrt, hat den Vorschlag jüngst beim Jubiläum des münsterischen Centrums für Begabungsforschung der Uni gemacht.

Weil Bos die Bestenförderung in Deutschland für unterentwickelt hält: „Wir haben große Probleme im unteren Leistungsbereich, aber noch viel größere an der Spitze.“ Sein Rezept: In jedem Schulamtsbezirk sollte es eine Schwerpunktschule für die besten fünf Prozent der Schüler geben.

Münster eigne sich als räumlich eigenständiger Schulamtsbezirk hervorragend für einen solchen Modellversuch: „In enger Kooperation mit Universitäts-Professoren, die in bestimmten Fächern unterrichten.“ Am Ende der Schulzeit stünden Abitur und Bachelor-Abschluss nebeneinander, so Bos Ideal-Vorstellung. Zehn Jahre sollte ein solches Projekt ausprobiert werden.

Wissenschaftler am Centrum für Begabungsforschung teilen Bos Befund der unzureichenden Bestenförderung. Doch dessen Weg zum Ziel wollen sie nicht ganz mitgehen: „Ich sehe die Schullandschaft hier so gut aufgestellt, dass man die Bestenförderung eher schülerbezogen realisieren sollte“, meint Prof. Christian Fischer.

Dabei sieht er „viele Synergien in einer systematischen Zusammenarbeit zwischen Schulen und der Universität“. Fischer schwebt ein gezielter Ausbau des Juniorstudiums im Hinblick auf eine stärkere Kopplung von schulischen Leistungen und Studienleistungen vor. Ziel sei eine Doppelqualifikation in verkürzter Zeit.

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