Gasbohrungen
Exxon gibt sich handzahm - US-Konzern will sich kontrollieren lassen

Freitag, 04.03.2011, 04:03 Uhr

Münsterland - Innerhalb der kommenden zwei Wochen, so ist zu hören, will der US-Konzern Exxonmobil für die im Münsterland geplanten Erdgas-Probebohrungen ei­ne erste wasserrechtliche Er­laubnis beantragen. Sie wird sich auf das vorgesehene Bohrfeld in Nordwalde beziehen.

Erst wenn die Untere Wasserbehörde des Kreises Steinfurt und die Bezirksregierung in Arnsberg diesen Antrag positiv bescheiden, will der Öl-Multi die Suchbohrungen in Drensteinfurt und Borken offiziell beantragen - er wird dann in beiden Orten das wasserrechtliche Verfahren erneut durchlaufen müssen. Die für Bergbaufragen zuständige Behörde hatte die zusätzliche Prüfung verlangt, da Kritiker im Fall einer Gas-Förderung Gefahren für das Grundwasser sehen.

Inzwischen hat auch Ex­xon auf den wachsenden Wi­derstand im Münsterland reagiert. Der Konzern kündigte an, die geplanten Bohrungen von einer unabhängigen Expertenrunde kon­trollieren zu lassen - und sich letztlich dessen Votum zu beu­gen. Dazu soll zunächst ein Arbeitskreis ins Leben gerufen werden, in dem Vertreter aus den Gemeinden und Landkreisen, der Bezirksregierung, der Wasserversorger sowie der Bürgerinitiativen an einen Tisch kommen.

Dieser Arbeits­kreis soll dann die Experten benennen. „Uns geht es um Transparenz“, erklärte Exxonmobil-Sprecher Norbert Stahlhut auf Nachfrage. Und sicherlich auch darum, Vertrauen zu gewinnen. Ende März soll der Ar­beitskreis zum ersten Mal tagen. Ebenfalls im März wollen auch die Bergbau-Behörde sowie der Kreis Steinfurt zu runden Tischen einladen.

Unterdessen haben weitere Unternehmen im Münsterland Rechte für die Erdgas-Suche beantragt. So sicherten sich die Stadtwerke in Hamm und die Evonik-Tochter Minegas ein 43 Quadratkilometer großes Feld, das auch Teile von Ascheberg, Herbern und Drensteinfurt umfasst. Ein Konsortium um die Thyssen Vermögensverwaltung GmbH will auf einem rund 350 Qu­a­drat­ki­lo­meter großen Claim im Bereich Raesfeld, Schermbeck und Dorsten bohren.

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