Konzert in der Halle Münsterland
7000 Beatsteaks-Fans tanzen zwei Stunden durch

Dienstag, 15.03.2011, 00:03 Uhr

Münster - „Sind 'n paar Punkrocker im Haus oder wat?“ Auf seine Frage brüllen Arnim Teutoburg-Weiß – Frontmann der Beatsteaks – etwa 7000 begeisterte Fans aus dem ausverkauften Saal der Halle Münsterland zu. Seit Monaten sind für das Konzert vom Montagabend keine Tickets mehr zu bekommen. Die fünf Jungs aus Berlin landen mit ihrem neuen Album „Boombox“ eine Punktlandung - und bei den Fans. Sie hatten die Band schmerzlichst vermisst. Nach dem fünften Studio-Album „Limbo Messiah“ (2007) erschien lediglich noch ein Live-Album. Danach legten die Punker erstmal eine kreative Pause ein, um Ende 2010 mit ihrer Single-Auskopplung „Milk and Honey“ zurückzukehren. Die Single kletterte auf Platz 35 der deutschen Single-Charts, das Album hingegen eroberte die Poleposition. Und kaum ein Konzert, ist nicht ausverkauft. In Münster war die Halle schon gute zwei Stunden vor Konzertbeginn rappelvoll. Pünktlich um 20 Uhr heizten als Support – wie schon beim „Fettes-Brot“-Konzert in Münster - „Kraftklub“ ein. Mit ihrem Indie-Pop-Rap-Mix sorgten sie durchaus für gute Stimmung. Doch niemand war gekommen, um Songs wie „Karl-Marx-Stadt“ zu hören, oder Texte wie „Ich will nicht nach Berlin.“ Die Halle wollte Berlin. Als die Beatsteaks aus der Hauptstadt auf die Bühne traten, gab es kein Halten mehr. Die nächsten zwei Stunden wurde gepogt, gehüpft, getanzt, gesungen – eine einzige bebende Masse. Die Punkrocker begeistern heute, wie 2008. Mit Münsters Party-Gemeinde feiern die Toten Hosen. Von der linken Tribüne aus, beobachten die Alt-Punker das Treiben im Saal. Die Beatsteaks greifen in die bewährte Trickkiste aus neuen und alten Songs. Ob „Hand in Hand“ oder „Boombox“, „Let me in“ oder „Under a clear blue sky“. Arnim und Kollegen gehen ab, und die Fans liegen ihnen zu Füßen. Kein Klassiker wird ausgelassen. So steht irgendwann Peter Baumann allein mit seiner Gitare im Spotlight und singt die deutsche Beatsteaks-Hymne „Hey du“. Münster ist textsicher. Bei „Hey Joe“ unterbricht die Band ganz kurz die große Party. Arnim hebt die Hand, und bittet um Ruhe. Dann sagt er: „Was da in Japan passiert ist echt krass. Spendet.“ Dann zieht das Tempo wieder an, die Masse hüpft. „Münster hat 280.000 Einwohner. Die geilsten und bestaussehenden 7000 sind heute Abend hier“, grölt der Frontmann ins Mikro. Der Hutträger und seine Bandkollegen genießt den Abend und ihr Publikum sichtlich. Am Ende darf ein Song nicht fehlen. „I don't care as long as you sing“ bildet den Abschluss eines gelungenen Konzert-Abends. Arnim Teutoburg-Weiß - von Haus aus Zirkuskind - schmeißt sich in die Menge, lässt sich tragen, klettert auf die Bühne und bricht zusammen – erschöpft oder selig oder beides. Dann nehmen sie Abschied. Die fünf begnadeten Live-Musiker treten Arm in Arm an den Bühnenrand. „Münster, wir waren ein demütiger Gast. Die Beatsteaks aus Berlin!“ Verbeugung, Abgang, Aus.

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