Nachricht bei Kaliningrad aufgetaucht
Flaschenpost war 24 Jahre unterwegs

Mittwoch, 30.03.2011, 18:03 Uhr

Coesfeld - Die Geschichte klingt unglaublich, und doch ist sie wahr. „Ich kann es selber noch gar nicht fassen“, schüttelt Frank Uesbeck den Kopf. Russische, amerikanische und englische Fernsehsender baten den Coesfelder bereits um Interviews.

Der sowohl abenteuerliche als auch romantische Grund: „Als ich fünf Jahre alt war, habe ich mit meiner Familie Urlaub in Dänemark gemacht. Auf der Fähre von Heiligenhafen warf ich eine Flaschenpost in die Ostsee “, sagt er.

Und genau die ist jetzt wieder aufgetaucht. 24 Jahre später - in einer Düne 100 Kilometer vom russischen Kaliningrad entfernt. Der 13-jährige Daniil Korotkikh fand die noch gut erhaltene braune Bierflasche mit ei­nem Keramikverschluss. In ihrem Inneren schimmerte der Brief von Frank Uesbeck. „Daniils Vater übersetzte mit seinem Schul-Deutsch den Brief ins Russische.“ Daniil machte sich sofort daran, den Brief zu beantworten, schließlich bat der damals fünfjährige Frank um eine Antwort vom Finder der ungewöhnlichen Post. Zeitgleich wandte sich der 13-Jährige an die örtliche Zeitung. Und von da an schlug die Geschichte hohe Wellen.

„Der größte unabhängige Fernsehsender in Russland interessierte sich für den Fund. Sie drehten einen Beitrag für die Hauptnachrichten“, erzählt der Coesfelder. Darin hielt Daniil den Brief in die Kamera auf dem eindeutig Name und Anschrift von Frank Uesbeck zu lesen war. „Daraufhin bekam ich erste Nachrichten über Facebook von Russen, die in Deutschland leben und die Nachrichten gesehen haben. Sie fragten mich, ob ich der Frank aus den Nachrichten sei.“ Da er bis dahin nichts von dem Fund wusste, löschte er die Nachrichten. „Ich dachte, das sind Spam-Mails.“

Schließlich meldete sich der Deutschland-Korrespondent des russischen Nachrichtensenders bei dem 29-Jährigen. Er hatte ihn über das Telefonbuch gefunden. „Er schickte mir einen Link mit dem Beitrag für die Nachrichten und bat mich um ein Interview. Erst dann begann ich, die Geschichte zu glauben.“ Er rief zunächst seine Eltern an, fragte nach, ob er tatsächlich mit fünf Jahren Urlaub an der Ostsee gemacht habe. „Wenn ich ehrlich bin, konnte ich mich daran gar nicht mehr erinnern.“ Als die Eltern das bestätigten und sogar noch ein Foto von ihm und der mittlerweile berühmten Flaschenpost hatten, waren die letzten Zweifel ausgeräumt.

„Das Fernsehteam war nun auch schon bei mir, der Beitrag lief Anfang der Woche im russischen Fernsehen.“ Hierfür stellte der Nachrichtensender auch Kontakt zu Daniil her. „Wir telefonierten, er hatte den Text der Flaschenpost schon eingerahmt.“ Und wieder schüttelt Frank Uesbeck den Kopf. „Lauter irre Zufälle. Das ist alles so unglaublich.“ Und er rechnet vor: „Daniil wurde erst zehn Jahre nachdem ich die Post in die Ostsee geworfen habe, geboren.“ Die beiden möchten auf jeden Fall in Kontakt bleiben. „Vielleicht klappt es ja, dass wir uns mal gegenseitig besuchen“, hofft er.

Mittlerweile hat auch der amerikanische Nachrichtensender NBC Interesse bekundet. „Die möchten ein Interview machen. Bei dieser schönen Geschichte bin ich natürlich dabei“, versichert der 29-jährige. Im Mai wird Frank Uesbeck heiraten und eins verrät er schon: „Unsere Hochzeitsreise geht an die Ostsee. Dann werf ich noch eine Flaschenpost ins Meer.“

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