8385 im Preußenstadion bedeuten Zuschauerrekord
Ornatellis Dreierpack macht den Weg frei: SCP-Erfolg gegen Homburg

Donnerstag, 21.04.2011, 00:04 Uhr

Münster - Preußen-Trainer Marc Fascher schlug sich in den vergangenen Wochen recht beachtlich, wenn es darum ging, das Thema Aufstieg weiträumig zu umgehen. Nach dem gestrigen Auftritt seiner Preußen und der eindrucksvollen Drei-Tore-Show von Massimo Ornatelli dürfte es für den stets um Zurückhaltung bemühten Hamburger allerdings zunehmend schwieriger werden, die dritte Liga aus seinem aktiven Wortschatz zu verbannen. Mit 3:0 (2:0) nahmen die Preußen vor neuer Rekordkulisse von 8385 Zuschauern auch die Hürde gegen den FC Homburg und stehen nach dem sechsten Sieg in Folge dichter vor einem der größten Erfolge der Vereinsgeschichte, als es der Trainer derzeit zugeben möchte. Weil gleichzeitig der Tabellenzweite aus Mönchengladbach im Amateurduell beim 1. FC Kaiserslautern nicht über ein 0:0 hinauskam, geht der SCP jetzt mit einem beeindruckenden und schwer zu übersehenden Polster von zehn Punkten in die letzten fünf Saisonspiele. Dabei bot sich von Beginn an ein eher ungewöhnliches Bild im Preußenstadion . Erstmals seit fünf Wochen war hier nicht grün die beherrschende Farbe, die Grünen standen vielmehr mächtig unter Druck und verließen nach 90 Minuten mit hängenden Köpfen den Platz. Dass die Zuschauer ihren SCP dennoch frenetisch feierten, dürfte vor allem der Tatsache geschuldet gewesen sein, dass der Regionalligaspitzenreiter ausnahmsweise nicht in den traditionellen Vereinsfarben auflief, sondern den Gästen aus Homburg zumindest modisch den Ton angeben ließ und in klassischem schwarz-weiß für die entscheidenden Kontraste in dieser Partie sorgte. Einer Partie, in der der SC Preußen wohl endgültig die Grenze vom puren Kampfeswillen zur reinen Spielfreude überschritten haben dürfte. „Das war heute wie Panzer gegen Pfeil und Bogen“, beschrieb Gästetrainer Christian Hock nach der Partie die ungleichen Kräfteverhältnisse auf dem Platz. Marc Fascher wusste bei allem Lob für die eigene Mannschaft sehr wohl, wem die tiefste Verbeugung an diesem Abend galt: „Das war unser Massi. Er hat ein sensationelles Spiel hingelegt.“ „Das Spiel war eines Spitzenreiters würdig.“ Marc Fascher „Das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich habe seit der Jugend nie mehr drei Tore in einem Spiel gemacht, und das vor dieser Kulisse. Das ist fantastisch“, jubelte der Matchwinner nach dem Abpfiff. Er allein sorgte im Zusammenspiel mit dem ebenfalls ausgesprochen spielfreudigen Mehmet Kara für die sportlichen Höhepunkte – und die Entscheidung in einer einseitigen Partie. Nach 19 Minuten veredelte Ornatelli die perfekte Vorarbeit von Kara zur verdienten 1:0-Führung, nach 35 Minuten öffnete sich die Homburger Abwehr vor Ornatelli, wie einst das Rote Meer vor Moses – und der 25-Jährige nutzte die Weite des Raumes zu einem beherzten Alleingang mit finalem Abschluss zum 2:0. Gut eine Stunde war gespielt, als Ornatelli nach Zuspiel von Daniel Chitsulo der dritte Streich gelang. Es gab Donnerstagabend noch deutlich mehr Chancen für die Hausherren, für Bewegung auf der Anzeigetafel sorgte aber einzig Massimo Ornatelli, der erst vor Wochenfrist seinen Vertrag bei den Preußen bis ins Jahr 2013 verlängert hatte. „Jetzt kann ich dem Verein alles zurückzahlen“, so Ornatelli, der am Gründonnerstag gleich drei Raten beglich. Für Marc Fascher könnte jetzt bereits am kommenden Wochenende das Schweigegelübde zum Thema Meisterschaft beendet sein. Gewinnt der SC Preußen am Freitagabend in Elversberg und verliert Mönchengladbach tags drauf gegen Wuppertal, dann darf und wird auch Fascher über die dritte Liga sprechen.

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