NRW-Landesbetrieb Wald und Holz
Der Chef der Förster muss kein Förster sein

Freitag, 08.04.2011, 04:04 Uhr

Münster / Düsseldorf - Der zukünftige Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz muss kein Förster sein. Das geht aus der neuen Ausschreibung hervor, mit der das Land einen neuen Chef des Landesbetriebs sucht. Die Opposition vermutet, dass NRW-Umweltminister Johannes Remmel einem langgedienten Parteifreund so einen neuen Job verschaffen will. Wie unsere Redaktion berichtet, hatte das Land eine erste Ausschreibung abgebrochen.

In der neuen Ausschreibung wird kein „Hochschulstudium der Forstwissenschaften, Befähigung für den höheren Forstdienst und mehrjährige kaufmännische Berufserfahrung in leitender Funktion“ mehr erwartet, wie es in der ersten Variante noch verlangt war. Vielmehr reicht nun ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium.

Auch im ersten Verfahren noch geplante Tests, in denen Bewerber zeigen sollen, „wie sie professionell in Berufssituationen handeln“, bleibt dem neuen Chef erspart. Kritiker beklagen, dass das so wäre, als wenn man „einen Staatsanwalt ohne juristische Ausbildung sucht“. Sie fragen sich, warum es zum ungewöhnlichen Abbruch des Verfahrens kam, obwohl sich die Crème de la Crème des deutschen Forsts beworben haben soll.

Der Sprecher des Umweltministeriums erklärt: „Es hat sich herausgestellt, dass eine Eingrenzung der fachlichen Einstellungsvoraussetzung in der ersten Ausschreibung nicht gerechtfertigt war.“ Zudem weist er darauf hin, dass der früherer Leiter des Landesbetriebs auch kein Forst- sondern Agrarwissenschaftler gewesen sei.

Rainer Deppe (CDU), Sprecher des Umweltausschusses, fragt sich, ob sich die Landesregierung schon bei ihrer ersten Ausschreibung hätte überlegen können, welche Anforderungen sie an die Bewerber stellt und welche nicht. „Es war ausreichend Zeit, eine ordentliche Ausschreibung auf den Weg zu bringen“, sagte er am Donnerstag unserer Zeitung. Darum vermutet er, „dass die Ausschreibung dem Kandidaten angepasst wird.“ Wie unserer Zeitung berichtete, soll der grüne Parteifreund von Minister Remmel, Detmolds ehemaliger Regierungspräsident Andreas Wiebe, die Stelle bekommen. Der ist Diplom-Bauingenieur, Fachrichtung Wasserbau. In der Sitzung des Umweltausschusses behauptete Remmel dagegen, dass er „derzeit nicht in den Auswahlprozess eingebunden ist und daher keinen Einblick in die aktuelle Bewerbungen hat“.

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