Tsunami-Warnung
Erneut starkes Nachbeben in Japan

Montag, 11.04.2011, 00:04 Uhr

Tokio - Ein schweres Nachbeben hat am Montagnachmittag (Ortszeit) den Nordosten und Osten Japans erschüttert. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung für die Pazifikküste aus. Es wurden bereits kurz nach der Erschütterung Flutwellen von einem halben Meter in der Provinz Ibaraki gemessen. Auch in der Hauptstadt Tokio gerieten Häuser stark ins Schwanken. Das Erdbebenzentrum lag in der Provinz Fukushima , wo auch das havarierte Atomkraftwerk liegt. Laut dem Betreiber Tepco gab es keine Auswirkungen auf das AKW. Die Arbeiter seien aber aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Auf Live-Bildern des japanischen Fernsehsenders NHK war ein Feuer in der Stadt Iwaki zu sehen. Informationen über mögliche Opfer und weitere Schäden lagen zunächst nicht vor. Kurz nach ersten Beben kamen es erneut zu einer Erschütterung. Aufgrund des Bebens war zwischenzeitlich die Kühlung in der Atomruine Fukushima ausgefallen. Wie ein Sprecher der Atomaufsichtsbehörde bekanntgab, wurde die Stromversorgung wieder hergestellt. Damit konnte das Einfüllen von Kühlwasser in die Reaktoren 1, 2 und 3 nach rund 50 Minuten wieder aufgenommen werden. Unterdessen hoben die Behörden die Tsunami-Warnung wieder auf. Zuvor hatte ein heftiges Nachbeben der Stärke 7,1 den Raum der Unglücksprovinz Fukushima erschüttert. In Berlin äußert sich zudem der japanische Botschafter, Takahiro Shinyo , zu Wort. Er sagte, sein Land stehe vor gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen. „Wir müssen darüber nachdenken, was der beste Mix von Energiequellen ist“, sagte Shinyo am Montag auf einer Pressekonferenz. Dabei ginge es auch um die Nutzung erneuerbarer Energien. Beim Wiederaufbau für rund 300 000 Menschen könne sich die Gestaltung von Städten, Kommunen und Wohnungen verändern. Möglich seien Öko-Städte. „Das ist ein Neubeginn japanischer Lebensweise“, ergänzte der Botschafter. Über die Sicherheit von Atomenergie müsse in Japan diskutiert werden. „Im Moment kämpfen wir. Aber später müssen wir darüber nachdenken.“

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