Abstieg aus der 3. Liga
Keine Rettung für RW Ahlen

Dienstag, 24.05.2011, 20:05 Uhr

Ahlen - Die Fortsetzung des gemeinsamen Kapitels Rot-Weiß Ahlen und Dritte Liga erschien nur kurzzeitig als Trugbild vor den Augen kühner Optimisten. Spätestens seit heute ist es endgültig verschwunden.

Das zuständige Amtsgericht Münster hat am Dienstag das Insolvenzverfahren gegen Rot-Weiß Ahlen eröffnet. Gemäß den DFB-Statuten stehen die Ahlener damit als Absteiger aus der Dritten Liga fest. Künftig wird im Wersestadion also nur noch Regionalliga-Fußball angeboten, wenn überhaupt, denn es gilt noch Auflagen und Bedingungen des DFB zu erfüllen. „Es sind keine Geldgeber da, mit denen die Dritte Liga finanzierbar gewesen wäre“, konstatierte auch Insolvenzverwalter Michael Mönig . Wacker Burghausen profitiert vom Lizenzentzug und bleibt in der 3. Liga.

Mittels eines Insolvenzplanverfahrens soll der Verein saniert und entschuldet werden. Letztlich aber entscheiden die Gläubiger darüber, ob es zur Planinsolvenz kommt. „Ich hatte bis zuletzt gehofft, dass wir die 3. Liga noch erhalten können, doch zwei externe Großsponsoren haben in letzter Sekunde abgesagt. Jetzt haben wir eine vielleicht nicht ganz glückliche Situation, aber eine, mit der wir leben können“, urteilte Mäzen Peter Evers .

Ohne seine Unterstützung hätte Insolvenzverwalter Michael Mönig bereits in der Saison das Insolvenzverfahren eröffnen müssen, da RWA Schulden in Höhe von 2,2 Millionen Euro drückten.

Verschiedene Sanierungskonzepte - unter anderem der Kauf des Wersestadions durch die Stadt oder die Übertragung des Erbbaurechts - scheiterten. Darüber hinaus erwies sich das von Ex-Präsident Heinz-Jürgen Gosda und dem plötzlich auftauchenden dubiosen Geschäftsmann Baris Günes aufgestellte Sponsoren-Konsortium als peinliche Luftnummer. Die bereits im Februar in Aussicht gestellten 1,3 Millionen Euro, um den laufenden Spielbetrieb zu gewährleisten, trafen nie auf dem Konto des Insolvenzverwalters ein.

Erst das Engagement des Bauunternehmers Peter Evers, der seit Anfang März rund 500000 Euro in Raten als Darlehen zur Verfügung stellte, konnte den Verein am Leben erhalten. Dennoch fehlt nach wie vor mehr als eine Millionen Euro, um die Gläubiger zu befriedigen.

Nach Angaben von Insolvenzverwalter Michael Mönig laufen aktuell intensive Gespräche mit Sponsoren, um die vom DFB nur mit Auflagen erteilte Lizenz für die Regionalliga zu erfüllen. Bis zum 3. Juni muss dies geschehen, dann läuft die Frist ab, innerhalb derer RW Ahlen seine Liquidität nachweisen kann. Voraussetzung für den Insolvenzplan ist aber auch, dass der Verein funktionierende Gremien hat. Am Donnerstag findet eine Mitgliederversammlung statt, auf der ein neuer Vorstand und Aufsichtsrat gewählt werden sollen. Mäzen Peter Evers scheidet als neuer Präsident aus.

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