Brandstiftung
Zwei Feuerwehrleute zündelten

Freitag, 27.05.2011, 14:05 Uhr

Everswinkel - Das hätte seinerzeit in einer Katastrophe enden können. Carport in Flammen, Pkw in Flammen, und das Dach des Hauses hatte auch schon Feuer gefangen. Durch den schnellen Einsatz und die konzentrierte Arbeit konnte die Feuerwehr an jenem 10. September vergangenen Jahres Schlimmeres verhindern.

Rund 70 000 Euro Schaden standen bei diesem Brand am Hillgenstohl am Ende unterm Strich. Jetzt sind diese und eine weitere Brandstiftung von der Polizei aufgeklärt worden. Und ins Visier sind ausgerechnet zwei junge Feuerwehrleute geraten, die sich im vergangenen Jahr in der Grundausbildung befanden.

Nach intensiven Ermittlungen hat die Polizei die beiden Täter nun identifiziert. Wie die Polizei mitteilt, haben die beiden 19 und 21 Jahre alten Everswinkeler bereits gestanden, an jenem Septembertag zwei Papiermülltonnen in Brand gesetzt zu haben. War es in einem Fall bei einem geringen Sachschaden geblieben, weil die in einem Garten stehende Tonne durch den Eigentümer selbst gelöscht werden konnte, griffen die Flammen in dem anderen Fall auf Carport, Pkw und Haus über.

Die Polizei hatte die beiden Verdächtigen bereits nach der Tat überprüft, weil sie nach dem Brand der Garten-Mülltonne in der Nähe angetroffen worden waren. Der Verdacht erhärtete sich seinerzeit aber nicht.

Inzwischen hatte sich aber der 21-Jährige gegenüber dem Wehrführer anvertraut und bei der Polizei ein Geständnis abgelegt, so dass die Polizei konkrete Ermittlungen aufnehmen konnte. Am vergangenen Mittwoch durchsuchten Polizeibeamte dann die Wohnung des zweiten Tatverdächtigen und stellten dabei Beweismittel - unter anderem einen Computer - sicher. Der heute 19-Jährige wurde zugleich festgenommen und gestand in der anschließenden Vernehmung auch seine Beteiligung an den Brandstiftungen.

Wie sich im Verlaufe der Vernehmungen ergab, hat der 19-Jährige beide Papiermülltonnen angesteckt, und der 21-jährige war dabei. War es der „Dumme-Jungen-Streich“, war es purer Vandalismus, war es Frustration oder Gedankenlosigkeit beim Zündeln? Die Motivation ist offenbar noch nicht ganz klar, wenngleich die beiden Männer in ihrer Aussage wohl betonten, sie hätten nicht gewollt, dass das Feuer solch einen großen Schaden anrichtet. Die beiden Everswinkeler waren in der Vergangenheit bereits wegen Körperverletzungsdelikten und Sachbeschädigung bei der Polizei auffällig geworden.

Für die Polizei ist die Arbeit aber noch längst nicht vorbei; denn im vergangenen Jahr hatte es in Everswinkel weitere Brandstiftungen nach ähnlichem Strickmuster gegeben, an denen wohl mehrere Personen beteiligt waren, die aber nach wie vor noch nicht ermittelt werden konnten. Der 19- und der 21-Jährige haben eine Verantwortung für diese Fälle nach derzeitigen Informationen abgestritten.

So war am 23. Oktober an der Pater-Averbeck-Straße ebenfalls eine Papiermülltonne angesteckt worden, und der Brand vernichtete ebenfalls einen Carport sowie zwei darunter abgestellte Pkw, ein Motorroller und ein Moped. Die Familie kam mit dem schrecken davon, die Löscharbeiten dauerten drei Stunden. Außerdem hatte es im Jahresverlauf weitere kleinere Brände gegeben, die für Unruhe in der Bevölkerung sorgten, die Polizei reagierte mit verstärkter Präsenz und Observationen.

Die beiden 19 und 21 Jahre alten Männer sind natürlich inzwischen aus der Feuerwehr ausgeschieden und müssen sich demnächst vor Gericht verantworten. Für die Everswinkeler Feuerwehr, die als engagiert, einsatzbereit und emsig gilt, bleibt ein mehr als ärgerlicher Imageschaden, und das gerade vor dem Stiftungsfest im nächsten Monat.

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