Erdgas
Debatte über Probebohrungen in NRW sorgt für Vorwürfe und Spott

Mittwoch, 11.05.2011, 19:05 Uhr

Düsseldorf - Der Vorwurf ist nicht von Pappe: „Sie haben das Parlament falsch informiert, nicht nur lückenhaft“, ging der FDP-Fraktionsvorsitzende Gerhard Papke am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss auf Minister Harry Voigtsberger los.

Der Grund: Bereits 2009 hatte die Bezirksregierung Arnsberg eine erste Probebohrung nach Erdgas unter Einsatz der umstrittenen Frac-Methode bei Stemwede genehmigt. Der Minister indes hatte bis vor einer Woche betont, es gebe noch keine Genehmigung.

Voigtsberger keilte zurück: Die Genehmigung sei unter der CDU-FDP-Regierung ausgesprochen worden. „Wo war da die Transparenz von Ihrer Seite?“ Er habe nichts verschwiegen. Vielmehr habe er vergangene Woche sofort reagiert, als die bis dahin unbekannte Genehmigung aufgetaucht sei.

Die Reaktion muss für den Arnsberger Regierungspräsidenten Gerd Bollermann unangenehm gewesen sein: Voigtsberger verdonnerte die Bezirksregierung, sie müsse künftig zu allen Genehmigungsfragen das Wirtschaftsministerium einbeziehen. Und er zog personelle Konsequenzen: Das Thema wird in Arnsberg nun von einer zehnköpfigen Projektgruppe bearbeitet.

Im Ausschuss wurde gestern deutlich: Die Informationspanne perlte nicht an Voigtsberger ab, er verbürgte sich darum für umfassende und transparente Information. Die FDP kaufte ihm das nicht ab, und auch der CDU-Abgeordnete Hans-Dieter Clauser spottete mit Blick auf die Atomkugel-Affäre: „Ist die Informationspanne eine gute Tradition in dieser Landesregierung?“

Exxon-Mobile hat nach Voigtsbergers Auskunft die Frac-Methode nicht angewandt. Ohnehin hätte sie nur ein Gemisch aus Wasser und Sand ohne übliche Chemikalien eingesetzt.

Wohl aber wurde im Bohrfeld Oppenwehe1 im letzten Jahr eine Druckprüfung genehmigt und durchgeführt. Dabei seien 25.000 Liter Dieselöl in das mit Beton ummantelte Bohrloch gepumpt worden, berichtete Umwelt-Staatssekretär Wolfgang Paschedag. Bedingung sei gewesen, dass das Öl wieder vollständig zurückgeholt wird. Sein Ministerium prüft nun mögliche Schäden.

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