„Natur“ macht Naherholung mobil
Premiere für regionales Projekt „KunstOrt MünsterLand“ in Münster

Freitag, 20.05.2011, 18:05 Uhr

Münster - Der moderne Mensch ist mobil. So sehr, dass selbst sein Kaffee den Zusatz „to go“ trägt. Und wenn wir schon alles Schöne jederzeit um uns haben müssen, warum dann nicht auch das vertraute Fleckchen zur Entspannung? Künstlerin Eva Ketzer hat ihre Idee von der „ Naherholung to go“ konkretisiert. Das Ergebnis findet Platz auf einem offenen Autoanhänger, hält Kunstrasen und Blühendes bereit, Sonnenschirm und Liegestuhl - und lässt sich überallhin mitnehmen. Auch an die Ausstellungsorte von „ KunstOrt MünsterLand“.

Das mehrteilige regionale Projekt, das am Sonntag (22. Mai) in Münster eröffnet wird, steht unter dem Oberbegriff Natur. Es ist die inhaltliche Vorgabe, aber auch „ein Kunst-Stoff mit nahezu unendlichem Entfaltungspotenzial“, sagt Projektleiterin Silvia Fassel . Initiator der künstlerischen Intervention mit Münster und Umgebung als Kristallisationspunkt ist das Künstlerinnenforum Münsterland. Auf Initiative des 75 Mitglieder starken Vereins bringen in den nächsten Monaten 17 Künstlerinnen Stadt und Land über ihre von einer Jury ausgewählten Arbeiten in Dialog.

Die Region als Kunstort zu begreifen und vorhandene Ausstellungsflächen zu nutzen: Das ist das eine bei diesem kuratierten Projekt. Und die Wahrnehmung von Natur zu hinterfragen, das andere. Hanna Kier etwa denkt bei Natur an Schrebergartenschönheiten: Rot bemützt und forsch dreinschauend, prangen die Gartenzwerge von den Bildern der Kunstakademie-Studentin.

Von Sonntag an sind sie und ihre in Beton gegossenen Artgenossen in der Auftaktschau in der Ausstellungshalle am Hawerkamp zu sehen. „Natur.Mal.Vier“ ist der Titel der Präsentation. Der Blickfang ist eine deckenhohe, herabhängende, schwarze PVC-Plane, in die Martina Lückener ihre „mystische Landschaft“ geritzt hat. Scherenschnittgleich, ornamental. Sie zeigt Bäume, die auf dem Kopf stehen - eine Wasserspiegelung.

Hübsch ist auch das Wechselspiel zwischen Monika Arpads zehnteiliger Bilderserie in Grüntönen, die bei näherem Hinsehen Farben durchschimmern lassen, und den kraftvollen Acryl-mit-Wasser-Bildern von Annette Zumkley, die Rhythmik, Struktur und Textur in schlammigen bis leuchtenden Farben feiern. Schon die Auftaktausstellung lässt ahnen, wie vielseitig Natur interpretiert werden kann.

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