„Priest“ in 3D
Durch die Endzeitwüste

Donnerstag, 12.05.2011, 15:05 Uhr

Paul Bettany war mal bei „Master und Commander“ dabei, doch seit er den Albino-Mördermönch in „ Sakrileg “ gab, ist er vorwiegend auf klerikale Haudegen abonniert. Schade. Nachdem Bettany im letzten Jahr schon in dessen Flop „Legion“ spielte, kämpft er sich nun durch den neuen Film des Regisseurs Scott C. Stewart . Man darf prophezeien: Auch dieser nachträglich aufs unvermeidliche 3D hochgerüstete Reißer mit Western-Dramaturgie, Sci­en­ce-Fiction-Deko und Vampirhorror-Grundierung wird nicht viel Ruhm einfahren.

Entworfen wird, basierend auf einer koreanischen Comic-Reihe, ein kurioses Endzeitszenario: Die komplett zerstörte Welt wird von einer nachtfinsteren katholischen Kirchendiktatur regiert. Zur Macht kam der Klerus, weil er dereinst über Horden mörderischer Vampire siegte. Die Drecksarbeit erledigten kampfstarke Priester, die später dann nicht mehr gebraucht wurden. Wie Ronins, auftragslose Samurai, harren sie im Schatten der grotesken Riesenstädte, die abseits gesetzloser Wüsten festungsgleich emporragen. Über die „Kathedralenstadt“ regiert ein sinistrer Monsignore: Christopher Plummer im Schurken-Routinemodus.

Dann aber kommen die Blutsauger zurück, und einer der aussortierten Priester bläst zum Kampf. Denn seine Nichte wurde entführt. Paul Bettany jagt nun (als Sci-Fi-Wiedergänger John Waynes in „Der schwarze Falke“) auf solargetriebenem Motorrad durch die Gegend, assistiert unter anderem von „Mission Impossible 3“-Star Maggie Q. Dem Monsignore widersetzt er sich, und die Vampire müssen dran glauben, so wie es früher im Western die Indianer taten. Das alles geschieht geradeaus, überraschungsfrei und konsequent humorlos.

Regisseur Stewart war offenbar so intensiv damit beschäftigt, seinen Look aus „Matrix“, „ Blade Runner “, „Mad Max“ und „Underworld“ zusammenzuklauen, dass ihm eigene Ideen weitgehend ausgeblieben sind. Als Genre-B-Film ist das immer noch halbwegs okay, darüber hinaus aber ohne jeden Reiz.

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