Rot Weiss Ahlen
Teilnahme am Pokal gefährdet?

Donnerstag, 26.05.2011, 17:05 Uhr

Ahlen - Ist die Teilnahme von Rot-Weiß Ahlen an der ersten DFB-Pokalrunde im Juli gefährdet, obwohl die Mannschaft von Arie van Lent sich durch den 3:2-Halbfinalerfolg beim SV Lippstadt automatisch qualifiziert hat?

Wenn es nach Dr. Forusan Madjlessi geht auf jeden Fall. Der 44-jährige Präsident des SV Lippstadt hat jedenfalls beim DFB um Einsicht in die Lizenzunterlagen der Rot-Weißen gebeten. Besonders die Vorgänge um den sogenannten Namibia-Werbevertrag will er nach einem Bericht der „Sport-Bild“ ganz genau unter die Lupe nehmen. Seines Erachtens, so ist es dort zu lesen, bestehe die Möglichkeit, dass sich die Rot-Weißen die Drittliga-Lizenz mit diesem Vertrag erschlichen hätten und somit gar nicht spielberechtigt gewesen seien. Die Folge: RW hätte auch nicht im Pokal antreten dürfen und der SV Lippstadt wäre damit automatisch für den Wettbewerb qualifiziert.

Für den Club von Madjlessi geht es immerhin um seinen kompletten Jahresetat, denn dieser ist zufällig deckungsgleich mit den erwarteten Pokaleinnahmen für die erste Runde von rund 130 000 Euro. Gemutmaßt wird in Lippstadt, dass der DFB den Werbevertrag mit der afrikanischen Goldmine gar nicht genau geprüft habe. Ein Vorwurf, den der Verband natürlich nicht auf sich sitzen lassen will. Deshalb hat der Lizenzierungsausschuss selbst beschlossen, sich noch einmal mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen. Zuvor sei man in Frankfurt nicht zu einer Aussage bereit.

Für die zuletzt leid geprüften Ahlener eine weitere Hiobsbotschaft, denn dieses Geld ist fest für einen etwaigen Regionalliga-Etat eingeplant. Und weil wohl auch die von Ex-Aufsichtsratsmitglied Rainer Kaderka zugesagten 100 000 Euro nicht fließen, weil sie nur für die Dritte Liga zur Verfügung gestanden haben sollen, wird es finanziell noch enger für den heimischen Verein. Ahlens langjähriger Offizieller, der gleichzeitig auch als Mäzen zur Verfügung stand, scheint offenbar zu planen - so heißt es jedenfalls aus Hamm - zukünftig dem dortigen Westfalenligisten Hammer SV unter die Arme zu greifen.

Sicher für einen etwaigen Ahlener Start in der Regionalliga sind somit derzeit lediglich 85 000 Euro Fernsehgelder sowie rund 50 000 Euro Zuschauereinnahmen. Zu wenig, um einen Kader stemmen zu können, der zumindest einigermaßen wettbewerbsfähig ist. Hierfür werden mindestens 500 000, wenn nicht sogar 750 000 Euro benötigt. Auch wenn die RW-Fans es in diesen Tagen nicht gerne hören: die Zeichen stehen mehr in Richtung NRW- anstatt Regionalliga. Es sei denn Marketingfachmann Marcus Rüther findet noch den einen oder anderen Sponsor, der Rot-Weiß in der Regionalliga unterstützt. Das Zeitfenster wird indes immer kleiner, denn schon Ende nächster Woche will der DFB verlässliche Zahlen sehen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/235823?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F594850%2F595944%2F
WWU Baskets flambieren auch die Bayern-Talente
Wild entschlossen: Münsters Kai Hänig
Nachrichten-Ticker