Waldbrand
Verbrannte Erde im Rüenberg

Sonntag, 08.05.2011, 13:05 Uhr

Gronau - Die dominierende Farbe am Morgen danach ist Schwarz: Verbrannte Erde, soweit das Auge schaut. Verkohlte Baumstümpfe , angesengte Bäume. Bei jedem Tritt auf den verbrannten Untergrund wird Staub und Asche aufgewirbelt. Irgendwo in der schwarzen Landschaft liegt - seltsam verdreht - der Körper einer verbrannten Schlange. 20 000 Quadratmeter Wald- und Venngebiet wurden am Wochenende unweit des Gronauer Drilandsees ein Raub der Flammen.

Jetzt, am Sonntagmorgen gegen 10.30 Uhr, ist die akute Waldbrandgefahr zwar gebannt, die Arbeit der Wehrleute aber noch nicht getan. “Fluten“, nennt einer von ihnen das, was für die Feuerwehrleute Muttertagsbeschäftigung ist. Mit vereinten Kräften versuchen sie, die verbrannten Flächen zu befeuchten, um so ein Wiederaufflammen des Brandes zu verhindern.

In der Nacht zuvor hatten die Wehrleute die Löscharbeiten gegen 22.30 Uhr weitgehend beendet, die alarmierten Nachbarwehren aus Ochtrup , Ahaus, Heek, Losser und Gildehaus rückten wieder ab. Das akute Feuer war weitgehend eingedämmt, die Löscharbeiten im unwegsamen Gelände wurden schwierig.

„Die Rehe sprangen den Feuerwehrleuten fast über die Füße“, schildert Stadtbrandinspektor Meyer die Begegnung der Wehrleute mit den vor dem Feuer fliehenden Tieren am Samstagabend. Und auch am Sonntag ist die Feuerwehr im Rüenberger Venn nicht allein: Neben reichlich Ausflüglerin sind es im Einsatzgebiet selbst zahlreiche Schlangen, die auf der Flucht vor dem Feuer die Wege der Wehr kreuzen.

Um sechs Uhr am Sonntagmorgen hatte der Alarmmelder die Gronauer und Eper Feuerwehrleute aus den Betten geholt, in die sie erst wenige Stunden zuvor gefallen waren: Am frühen Sonntagmorgen galt es, die Nienborger Feuerwehr abzulösen, die die „Nachtwache“ vor Ort übernommen hatte.

Im Lauf des Sonntags entspannt sich die Lage - vor allem auch, weil die Feuerwehr - dank des Einsatzes einer Hydraulikpumpe der Feuerwehr Enschede - ausreichend Wasser auf die Flächen bringen kann.

20 000 Liter Wasser fördert der rote Kraftprotz aus Enschede pro Minute aus dem Drilandsee. Über kilometerlange Schlauchleitungen. Zum Einsatz kommen dabei F-Schläuche (mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern). Diese Schläuche hat die Feuerwehr mit Blick auf die Gaskavernen im Venn als Ausrüstung erhalten. „Eigentlich wollten wir mit diesem Gerät in den kommenden Wochen eine Übung durchführen - jetzt haben wir sie gleich im Ernstfall getestet“, sagt Günter Meyer.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/240323?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F594850%2F595944%2F
Starkoch Marquard will Kindern Lust auf gutes Essen machen
Sterneküche in der Schule: Starkoch Marquard will Kindern Lust auf gutes Essen machen
Nachrichten-Ticker