Wein
Weiße Rebsorten erleben Renaissance

Berlin - Riesling, Weißburgunder oder Chardonnay: Weiße Rebsorten aus Deutschland erleben nach Expertenansicht eine Renaissance. Die Anbauflächen wachsen zumindest. «In den 90er Jahren war Riesling ein Insidertipp», sagte Steffen Schindler vom Deutschen Weininstitut (DWI) am Montag (23. Mai) in Berlin. «Das hat sich in den vergangenen 15 Jahren dramatisch geändert», sagte er...

Montag, 23.05.2011, 00:05 Uhr

Berlin - Riesling, Weißburgunder oder Chardonnay: Weiße Rebsorten aus Deutschland erleben nach Expertenansicht eine Renaissance. Die Anbauflächen wachsen zumindest. «In den 90er Jahren war Riesling ein Insidertipp», sagte Steffen Schindler vom Deutschen Weininstitut (DWI) am Montag (23. Mai) in Berlin. «Das hat sich in den vergangenen 15 Jahren dramatisch geändert», sagte er bei einer Weinpräsentation der «Generation Riesling» , einem Zusammenschluss junger deutscher Winzer aus verschiedenen Anbaugebieten. Zwar habe die Rebfläche roter Sorten in Deutschland bis 2007 kontinuierlich zugenommen. Seither stagniere der Anteil aber bei um die 36 Prozent. Die Winzer glaubten an ein Comeback der weißen Sorten, die in Deutschland angebaut werden, sagte Schindler. So seien die Anbauflächen von Weißburgunder zwischen 2000 und 2009 um 52 Prozent, die von Grauburgunder um rund 63 und die von Chardonnay um mehr als 101 Prozent vergrößert worden. Die Fläche der hauptsächlich angebauten weißen Sorte Riesling nahm in der Zeit um 2,1 Prozent zu und liegt mit 22 580 Hektar weit vor allen anderen - Chardonnay etwa wird nur auf 1228 Hektar angebaut. «Wir sind die Heimat des Rieslings und werden so auch weltweit wahrgenommen», sagte Schindler. Fast 62 Prozent der weltweiten Rieslingflächen lägen in Deutschland, vor allem in der Pfalz und an der Mosel. Auf Australien entfallen knapp 13 Prozent, Frankreich (Elsaß) kommt auf etwa 10 Prozent der Flächen. Heimischer Riesling sei lange Zeit vor allem im Ausland getrunken worden, dann aber in Deutschland wiederentdeckt worden. Da die Deutschen etwa doppelt so viel Wein trinken, wie hierzulande erzeugt wird, sehen sich heimische Winzer einem permanenten Wettbewerb mit Produkten aus dem Ausland ausgesetzt. Um deutschen Wein von seinem verstauben Image zu befreien, experimentieren junge Winzer wie Anette Closheim vom Weingut Konrad Closheim aus Langenlonsheim an Nahe mit neuen Ideen. Anders als ihr Vater Konrad baut Anette Closheim zum Beispiel Sauvignon Blanc an und geht damit neue Wege: Vor 15 bis 20 Jahren wurde diese Rebsorte laut Steffen Schindler noch genauso wenig in Deutschland angepflanzt wie Chardonnay oder Merlot. Gunther Hiestand vom gleichnamigen Weingut in Guntersblum in Rheinhessen dagegen hat sich wieder davon verabschiedet, wie in der Neuen Welt sogenannte Flying Winemaker für die Weinbereitung zu engagieren. Sein Vater habe weiterhin auf eigene, natürliche Hefen gesetzt, und er selbst sei nach einigen Versuchen «ganz begeistert gewesen, was man mit den alten Methoden machen kann», erzählte Hiestand in Berlin. Seine Erkenntnisse nutzt er nun zum Beispiel für eine Cuvée aus Grau- und Weißburgunder. Susanne Winterling vom Sekt- und Weingut in Niederkirchen bei Deidesheim in der Pfalz erklärte die Experimentierfreude der «Generation Riesling» damit, dass sie einen anderen Blickwinkel als ihre Elterngeneration hat. Denen fehle für Neues manchmal die Energie und der Mut. Und die Jungen hätten noch nicht so viele Fehler gemacht, aus denen sie lernen könnten. Sie gingen daher manches «etwas blauäugiger» an. Webseite der jungen Winzer

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