Aktion mit Wohncontainer
Filmemacherin macht auf die Lage von Roma aufmerksam

Samstag, 25.06.2011, 15:06 Uhr

Münster - Dieser Container ist Gold. „Ganz neu“, sagt Katrin Schnieders , die ein paar Möbel einräumt. Nicht so wie der Container, an den sich Jajic Nusred erinnert: Der, in dem er und seine siebenköpfige Familie wohnten, als sie vor 20 Jahren aus dem Kosovo flohen.

Vor dem Stadthaus 2 hat die Filmemacherin einen Wohncontainer platziert, der das Schicksal von Roma wie Jajic Nusred verdeutlichen soll. „Container sind fundamentlos“, sagt sie. Ruckzuck werden sie aufgestellt. Ruckzuck versetzt. In Serbien hat sie auf ihren Reisen Container gesehen, an denen ein Schild stand: „Von der Stadt Essen gestiftet“. Tatsächlich waren es Behausungen, in denen einst Roma in Deutschland lebten, die ausgewiesen wurden. Die verwohnten Behelfsheime schickte man hinterher.

Für Katrin Schnieders ist die Lage vieler Roma weiterhin prekär. Vor allem in Serbien verschlechtere sie sich. Roma, die dorthin ausgewiesen wurden, lebten vom Müllsammeln oder vom Flohmarktverkauf. „Doch die Gesetze wurden verschärft“, sagt sie, „Straßenverkauf ist kaum noch möglich“.

Fabijan Alievic ist so ein Kind der Entwurzelung. Mit seinen Eltern kam er nach Deutschland, lebte zwölf Jahre hier. Dann wurden seine Eltern nach Serbien ausgewiesen. Alievic: „Warum? Ich weiß es nicht.“ Er hatte keinen Schulabschluss, konnte in Serbien nicht zur Schule gehen, verstand die Sprache nicht. Vor zwei Monaten zog er mit Frau und zwei Kindern nach Deutschland, beantragte Asyl. Ein aussichtsloses Unterfangen.

Spyros Marinos vom Integrationsrat, der die Aktion unterstützt, sieht die Gefahr, dass Roma abgeschoben werden. „Wir wollen den Münsteranern zeigen, wie die Menschen im Kosovo leben. Nicht so wie hier - das ist ja ein Supercontainer.“

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