Kandidaten-Suche für das Amt des Regierungspräsidenten
Kirsch sagt ab: "Ich bleibe weiter gern LWL-Direktor" - Römer in der Kritik

Freitag, 17.06.2011, 05:06 Uhr

Münster /Düsseldorf - Die Neubesetzung des Postens des Regierungspräsidenten von Münster wird für die SPD zu einem politischen Fiasko: Der Chef des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Wolfgang Kirsch , erteilte am Donnerstag dem Fraktionschef der SPD im Landtag, Norbert Römer , eine klare Absage.

„Es bleibt dabei. Ich bin gern beim LWL und bleibe auch weiterhin gerne Landesdirektor. Darüber hinaus beteilige ich mich nicht an Spekulationen“, sagte Kirsch unserer Zeitung.

Die Landesregierung sucht einen Nachfolger für Peter Paziorek ( CDU ), der Ende Mai aus dem Amt ausschied. Mit Kirschs Absage ist der Plan Römers, den CDU-Politiker von der Spitze des kommunalen Spitzenverbandes in Münster zur Bezirksregierung „wegzuloben“, gescheitert.

Der Fraktionschef, der von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft offenbar mit der Kandidatenkür beauftragt wurde, wollte einen Sozialdemokraten an die Spitze des Landschaftsverbandes befördern. In der Landschaftsversammlung haben SPD, FDP und Grüne aktuell eine Mehrheit. Kirschs Amtszeit läuft 2014 aus - so lange wollte der Fraktionschef der SPD im Landtag aber nicht warten.

Römers einsames Vorgehen löste in der SPD Verärgerung aus. Bereits Anfang der Woche schrieben die drei Fraktionschefs der SPD aus Recklinghausen, Gelsenkirchen und Herten einen wütenden Brandbrief an Römer.

„Herr Kirsch hat sich in den vergangenen Jahren nicht als guter Partner der Städte im nördlichen Ruhrgebiet präsentiert und öffentlich wissen lassen, dass er mit der SPD nicht kann“, hieß es dort wörtlich. Auch der Chef der Ruhr-SPD und Gelsenkirchener Oberbürgermeister, Frank Baranowski, versuchte in Gesprächen mit Römer und Kraft, Kirsch zu verhindern.

Nachdem die Kandidatenkür nun derart gescheitert ist, könnte die SPD einen eigenen Kandidaten nach Münster entsenden. Der CDU würde man dann „großzügig“ das Amt des Regierungspräsidenten in Detmold anbieten - eine Demütigung für die Opposition.

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