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Endet die „Erfolgsgeschichte“?

Mittwoch, 22.06.2011, 16:06 Uhr

Ahlen - Die Königsdisziplin Fußball und der Handball haben in Ahlen eine lange Tradition. Einst LR, später RW Ahlen , sowie die Ahlener SG gehörten stets zu den Aushängeschildern der Wersestadt, sorgten dafür, dass das westfälische Münsterland weit über die eigenen Grenzen hinaus bekannt, sportlich geschätzt wurde.

Die leichte Athletik, wie „Juppa“ in seiner unnachahmlichen Art schreiben würde, steht dem in nichts nach, nimmt ebenfalls eine Sonderstellung ein. Der Sportpark Nord war Austragungsort unzähliger Meisterschaften und Meetings mit wahren Persönlichkeiten des Sports. 1992 beispielsweise übersprang Deutschlands Top-Star Heike Henkel bei einem Hochsprung-Event die magischen zwei Meter und siegte vor Weltrekordlerin Stefka Kostadinowa (Bulgarien), die noch heute mit übersprungenen 2,09 Meter den Rekord hält.

Am kommenden Wochenende blickt Leichtathletik-Deutschland einmal mehr gen Ahlen. Die Deutschen Meisterschaften der Senioren werden von der LG Ahlen und dem SC Relax Ahlen in Koproduktion ausgerichtet. Zum 25. Mal seit 1982 kommt die Wersestadt damit in den Genuss einer DM. Eine unglaubliche Quote. Mit Mitorganisator Dieter Massin , gleichzeitig Präsident des Europäischen Senioren-Leichtathletik-Verbandes, sprach Redaktionsmitglied André Fischer im Vorfeld.

Herr Massin, Sie sind schwer zu kriegen. Nimmt die Organisation der 25. Deutschen Meisterschaften soviel Zeit in Anspruch?

Massin: Ja, ganz sicher. Wir wollen wieder erstklassige Meisterschaften und ein tolles Ambiente bieten. Zum Glück sind wir ein tolles Team. Stellvertretend für alle nimmermüden Helfer möchte ich an dieser Stelle die Schaltstellen Anne Ronig, Norbert Becker und Eberhard Vollmer erwähnen.

Sie holten 1982 die erste DM in den Sportpark Nord. Können Sie sich noch daran erinnern?

Massin: Natürlich. Am 3. Oktober war Ahlen erstmals Austragungsort für die Deutschen Gehermeisterschaften, hat Leichtathletik-Geschichte geschrieben. Und der Titel für Rudi Heising, Manfred Kreutz und Frank Degelmann von der einstigen LG Ahlen-Hamm in der Junioren-Mannschaftswertung war die Krönung.

Welche Meisterschaften sind für Sie persönlich unvergessen?

Massin: Ganz klar die Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften 1984 am 8. und 9. September. Parallel fand damals ein Länderkampf zwischen Deutschland und der damaligen UdSSR statt. Sportpolitisch war dieses Ost-West-Treffen was Besonderes. Leider musste der Mehrkampf nach sieben Disziplinen wegen Regens abgebrochen werden. So gab es keinen Deutschen Zehnkampfmeister. Ich war gerade in der Kirche bei der Trauerfeier für meinen Vater, der verstorben war, als zeitgleich über den Abbruch diskutiert und entschieden wurde. Diesen Sonntag werde ich nie vergessen.

Glaubt man Gerüchten, könnten die 25. auch die letzten „Deutschen“ in Ahlen sein. Eine „Erfolgsgeschichte“ wäre dann zu Ende. Ist da was dran?

Massin: Die Entscheidung darüber steht noch aus. Wir haben werbetechnisch alles dafür getan, um die Geschichte fortzusetzen.

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