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Mission erfüllt

Dienstag, 28.06.2011, 16:06 Uhr

Ahlen - Sie haben es tatsächlich geschafft! Was für viele unmöglich klingt, haben Hans-Jürgen Rzadki und Wolfgang Brinktriene aus einer Bierlaune heraus (die „AZ“ berichtete) umgesetzt - 500 Kilometer innerhalb von 24 Stunden zu absolvieren. Freitag pünktlich um 16.30 Uhr ging es los, Samstag um 16.21 Uhr war Zieleinlauf auf dem Lindensportplatz.

Vor einem Jahr entstand die Idee, aber kurz vor dem Start paarte sich bei beiden Rekordanwärtern Zuversicht mit leichter Unsicherheit: „Ich fühle mich wie vor meinem ersten Meisterschaftsspiel, relativ nervös“, gestand Hans-Jürgen Rzadki. Wolfgang Brinktriene sah es gelassener: „Je näher der Startzeitpunkt kommt, desto ruhiger werde ich.“

Dafür, dass sie sich auf ihrer Extremradtour im Rahmen der Vorwärts-Sportwoche nicht allein fühlen mussten, sorgte nicht nur ein komplettes Team an Betreuern. Herbert Stemmer , Theo Leifeld, Manfred Hagedorn , Günter Hagedorn, Wolfgang Holtz und Ralf Mersch folgten den beiden im Vorwärts-Bulli. So waren Verpflegung, medizinische Betreuung und technischer Service auf jedem Meter gewährleistet.

Dazu gesellten sich die ersten und letzten 60 Kilometer der Tour drei „Olfe-Schnecken“. Ulrike Mix, Rainer Grewe und Jürgen Stemmer schwangen sich ebenfalls aufs Rad und leisteten zusätzliche moralische Hilfe gepaart mit etwas Windschatten.

Hoch bis zum ostfriesischen Aurich sollte es gehen und dann wieder zurück nach Ahlen mit dem Ziel, bloß nicht die 500-Kilometer-Grenze zu unterschreiten. So weit brauchten sie aber dann doch nicht zu fahren, weil sie sich kurz vor Wiesmoor verfahren hatten. Das hatte zusätzliche Kilometer gebracht. Über Ladbergen, wo die „Olfe-Schnecken“ warteten, ging es über Ostbevern, Telgte mit Umweg über Ennigerloh zurück nach Ahlen.

Alles klappte pannenfrei, nur kurz vor der Heimat erwischte es Hans-Jürgen Rzadki dann doch: Unmittelbar vor Enniger konnte er einer Glasscherbe nicht mehr ausweichen. Die Luft war dann raus - nicht bei ihm, aber bei seinem Rad. Der Zeitpuffer war zu dem Zeitpunkt allerdings groß, die Panne also kein Problem.

„Nach 300 Kilometern hatte ich das erste schwarze Loch“, blickte Wolfgang Brinktriene im Ziel zurück. Und wie war die Nachtfahrt? „Die war extrem anstrengend. Die meisten Dörfer und Städte waren abgedunkelt. Man fährt also jedes Mal in ein schwarzes Loch“, beschrieb Hans-Jürgen Rzadki die lichtarmen Passagen der Tour. Da war Konzentration gefordert, was auch etwas zermürbt hat. „Vier Stunden im Dunkeln waren schon heftig“, ergänzt Rzadki dann auch. Gut, dass die große Pause in der Nacht auf einem Autohof eingelegt wurde.

Über weitere Rekordfahrten haben beide noch nicht nachgedacht, etwa 600 Kilometer in 24 Stunden zu schaffen. „Es gibt keine neue Idee“, lacht Wolfgang Brinktriene und fügt hinzu: „Wir wollen das Ganze mal sacken lassen. Aber irgendwann kommen wir ja wieder zusammen - vielleicht gibt es dann was Neues.“ Hans-Jürgen Rzadkis Nahziele waren da schon bescheidener: „Erstmal ein Bier trinken und dann schlafen gehen.“

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