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Von wegen Schnapsidee

Mittwoch, 22.06.2011, 16:06 Uhr

Ahlen - Eine Schnapsidee ? Nicht ganz. Denn das, was Hans-Jürgen Rzadki und Wolfgang Brinktriene am Freitag und Samstag vorhaben, entsprang eher einer Bierlaune.

Ursprung war eine gemütliche Runde im vergangenen Sommer zur Fußball-Weltmeisterschaft bei Theo Leifeld im Garten. Nach dem überlieferten fünften Bier fiel dann die Frage von Rzadki, die alles ins Rollen brachte: Kann man es wohl schaffen, in 24 Stunden 500 Kilometer auf dem Rad zurückzulegen?

Noch am gleichen Abend hatte er mit dem ehemaligen Ahlener und heutigen Stralsunder Wolfgang Brinktriene zum Ausprobieren einen Verbündeten. Dieser war just bei seiner Schwester Edith, der Frau von Theo Leifeld, zu Besuch. Der Zeitpunkt war schnell beschlossen: Die Aktion sollte 2011 zeitnah dem 21. Juni stattfinden, weil dann die Nächte am kürzesten sind.

Beide Herausforderer gegen die Kräfte und die Uhr kennen sich seit zehn Jahren und ihre Leidenschaft zum Radfahren verbindet sie. Allerdings auf unterschiedliche Weise: während Hans-Jürgen Rzadki seit 20 Jahren auf Rennrädern seine großen Distanzen zurücklegt, ist Wolfgang Brinktriene immer mit seinem Trekkingrad unterwegs. So legte er die Strecke von Stralsund nach Ahlen im Sommer letzten Jahres auf dem Rad zurück.

Da beide ihre Extremradtour auf leichten Rennrädern durchziehen werden, musste sich Brinktriene im Januar erst einmal ein solches anschaffen: „Die Umstellung ist gewaltig. Das Rad ist leichter und die Geschwindigkeit höher. Am Anfang wäre ich beinahe in einen Teich gesegelt.“

Mitte Mai bestritten beide ihr erstes gemeinsames Training, um sich aneinander zu gewöhnen. Seit Montag sind sie wieder zusammen, um die letzten Tage vor dem Start am Freitag gemeinsam zu verbringen.

Am Freitag um 16.30 Uhr soll es vom Lindensportplatz Richtung Norden gehen. Telgte - Tecklenburg - Friesoythe - Wendepunkt Aurich - Leer - Hopsten - Havixbeck und Drensteinfurt sind die markanten Wegmarken.

Damit alles gut klappt, ist ein kleiner Betreuerstab im Vorwärts-Bulli im Schlepptau. Herbert Stemmer, Theo Leifeld und Manfred Hagedorn werden sich am Steuer ablösen. Mit Günter Hagedorn ist ein erfahrener Servicemann für die Räder an Bord, Physiotherapeut Wolfgang Holtz ist für die medizinische Betreuung zuständig. Ralf Mersch und Daniela Avi halten die Truppe mit Verpflegung bei Laune. Mit dabei ist auch ein drittes Rennrad als Reserverad, um allen technischen Hindernissen aus dem Weg zu gehen. „Das ist ein E-Bike“, frotzelt Wolfgang Brinktriene und Theo Leifeld ergänzt lächelnd: „Und Wolfgang Holtz ist für das Doping zuständig.“ Hans-Jürgen Rzadki wirkt da schon etwas ernster: „Hoffentlich haben wir keine Defekte, das schmeißt unseren Plan durcheinander.“

Dieser ist ausgeklügelt: Alle 100 Kilometer soll eine zehnminütige Pause eingelegt werden, nach 270 Kilometern sind eineinhalb Stunden Rast mit gründlicher Massage vorgesehen. Beide Protagonisten sind sich einig, bis 300 Kilometer wird es locker laufen, dann kommt das „Schwarze Loch“ und es wird hart. Auch nachts wird es spannend: Zwar fährt der Bulli hinter beiden her und leuchtet etwas die Strecke aus, zusätzlich sind beide Fahrer aber trotzdem mit Rad- und Stirnlampe ausgerüstet.

Trotz der zu erwartenden Strapazen sind Hans-Jürgen Rzadki und Wolfgang Brinktriene guten Mutes: „Wir freuen uns riesig auf die Tour.“ Wenn alles klappt, werden sie Samstag bis 16.30 Uhr wieder am Lindensportplatz eintreffen.

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