Schützenfest in Vorhelm
Der finale Treffer machte Thorsten Mader sprachlos

Freitag, 03.06.2011, 17:06 Uhr

Vorhelm - Auf eine harte Geduldsprobe stellten die Vorhelmer Schützen ihre vielen hundert Gäste am Christi-Himmelfahrts-Tag. Nachdem sie den Holzvogel erfolgreich seiner Insignien beraubt hatten, war eigentlich die Zeit für die Königsaspiranten gekommen. Doch wo waren diese? Nur vereinzelte Schüsse begleiteten die Endphase des Kampfes.

Und so trat Thorsten Mader mit der Prämisse an, dem zähen Geschehen an der Vogelstange wieder etwas mehr Schwung zu verleihen. Ein gewagtes Unterfangen, schließlich wackelte zu diesem Zeitpunkt nur noch ein kümmerlicher Vogelrest im Kugelfang. Als Mader um 20.40 Uhr den 517. Schuss abfeuerte, war das Ringen um die Königswürde entschieden. Sprachlos und fast schon vor Schreck erstarrt nahm der neue Schützenpotentat die ersten Huldigungen entgegen. „Bist du verrückt?“, rief ihm sein Bruder Markus entgegen - um dann doch zu gratulieren.

Unter blauem Himmel und mit den Klängen von Blasorchester Vorhelm und Spielmannszug Enniger-Vorhelm hatte das Schützenfest am Vormittag begonnen. Pastor Ludger Schlotmann, der erstmals die Schützenmesse zelebrierte, sorgte zusätzlich für gute Laune unter den Grünröcken, indem er freudig seinen Beitritt in den Schützenverein verkündete und schon wenig später auf dem Festplatz die ersten Kugeln abfeuerte.

Der scheidende Regent Jerrit König, dessen Name Programm war, zog indes zufrieden Bilanz: „Am schönsten waren die täglichen Telefonate mit Thomas ,Böhmy Avermiddig, der mich das ganze Jahr über mit ,Majestät begrüßte“, bekannte er, nachdem er ein letztes Mal die Front abgeschritten hatte.

Eine besondere Begrüßung durch Oberst Alfons Deitert galt dem Ehrenoberst Bernhard Hoppe, der den Verein jahrzehntelang mitgeprägt hatte. Deitert, der auch das Engagement aller Helfer unterstrich, wies zudem auf zwei Jubiläen hin: Seit einem halben Jahrhundert findet das Schützenfest nun im Nachtkamp statt - zuvor wurde an der Alwine geschossen - und die Schützensektion feiert ihr 80-jähriges Bestehen.

Große Beachtung fand die Gedenkrede, die Schützen-Vorsitzender Ralf Kiowsky am Ehrenmal hielt. „Die Zahl derer, die den Zweiten Weltkrieg noch aus eigenem Erleben kennen, wird immer kleiner. Doch je größer die zeitliche Distanz wird, desto größer wird auch die Gefahr der Verharmlosung und des Vergessens“, sagte er. „Das Anliegen unseres Gedenkens ist daher nicht allein vergangenheitsorientiert, sondern tagesaktuell: Fast täglich erleben wir neu, welch empfindliches Gut der Friede ist.“ Ralf Kiowsky richtete den Blick auf die Kriegs- und Krisengebiete der Welt. „Frieden ist auch im Kleinen keine Selbstverständlichkeit. Er braucht immer Menschen, die ihn stiften - in der Ehe, in den Familien und auch in unserem Dorf.“

Nach der Kranzniederlegung ging es im gemeinsamen Marsch zum Festplatz, wo ein gemeinsames Mittagessen die nötige Grundlage für das weitere Festgeschehen bildete. Michael Hammelmann war es, der um 16.10 Uhr den ersten glücklichen Treffer dieses Tages landete. Er darf sich nun Jungkönig nennen und wählte Carolin Hauenherm zur Jungkönigin.

Bevor sich Thorsten Mader als „Überraschungskönig“ im Eichenlaubkranz präsentierte, waren die Trophäenjäger an der Reihe. Die Krone sicherte sich Frank Herweg (24. Schuss), das Zepter Ludger Fleuter (41. Schuss) und den Apfel Markus Mader (44. Schuss). Andreas Krull beraubte den Vogel schließlich der rechten Schwinge (323. Schuss) und der spätere König Thorsten Mader der linken Schwinge (311. Schuss). Der Stoß fiel bei Ralf Lütke-Coßmann (302. Schuss).

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