Schützenfeste im Kreis Coesfeld
Sascha Fliss ist neuer König

Sonntag, 05.06.2011, 18:06 Uhr

Nottuln - Der Schützenverein „Gemütlichkeit“ Stevern hat einen neuen Schützenkönig : Das ganze Tal (von vielen Auswärtigen verstärkt) feierte mit, als Sascha Fliss mit dem 213. Schuss den von Bernhard Laubrock gebauten Holzvogel von der Stange holte. Als Königin bat der treffsichere Schütze seine Freundin Carina Hille neben sich auf den Thron.

Mit seinem Nachfolger freute sich besonders auch der „alte“ König Kai Sosna. Er war froh, dass er endlich seine schwere Kette abgeben durfte - einmal wegen der fast tropischen Temperaturen, zum anderen wohl wegen des grollenden Himmels und eines drohenden Gewitters. Ein Blitz bei so viel Edelmetall . . .

Der sympathische König hatte zuvor die lange Rundreise durchs Dorf noch in der Kutsche genießen dürfen. Neben Sosna hatten sein Vorgänger im Amt Ralf Hartz, der Jubelkönig von vor 25 Jahren, Willi Hölscher, und Alterspräsident Heinrich Bertels Platz genommen. Begleitet wurde der Zug nicht nur von der BMV Nottuln, sondern auch von stattlichen Rössern, von deren Rücken aus Oberst Stephan Krevert, 1. Adjutant Matthias Gorke, 2. Adjutant Simon Wessels und 3. Adjutant Florian Fliss die Menschen am Wegesrand grüßten.

Koch Helmut Weßels zeigte sich zufrieden ob der Huldigungen, die man seiner Erbensuppe gebracht hatte: „Verständlich, schließlich ist die auch mit keimfreien Steverwasser und mit Fleisch von Bullen gekocht worden, die auf hiesigen Wiesen groß geworden sind.“ Ein Zweiglein Petersilie hatte er sich vom Eintopf abgezwackt. Das thronte nun als Blumenschmuck hoch oben an seiner „Waffe“.

Tapfer ertrug Ludger Gorke trotz der hohen Temperaturen seinen schwarzen Zwirn und den Zylinderhut. „Das muss sein“, meinte der Vorsitzende der „Gemütlichkeit“, der stolz auf die lange Reihe junger Schützen blickte, die im Zug mitgingen. „Ist das nicht großartig, die Jugend kommt auch nach einem Jubiläumsjahr noch zu uns. Das nenne ich Gemeinschaft.“ Da machte sich auch die Gruppe der Martini-Brüder aus Nottuln gut dabei.

Am Ehrenmal legten die Schützen einen Kranz nieder. Und Ludger Gorke gedachte der Verstorbenen, namentlich Hermann Kruse, Josef Schulze-Tilling, Toni Roß, Annette Gorke und dem so tragisch verunglückten Linus Till. Aber auch der Opfer der Atomkatastrophe in Japan galt die Erinnerung.

Eine besondere Auszeichnung erfuhr Leutnant Thomas Wallkötter unterwegs. Von seinem neuen Hauptmann Bernhard Brinkmann bekam er den Orden „Leutnant der Herzen“ überreicht.

Wenig Beachtung gab es hingegen für den amtierenden Kaiser Heinz Böwing. Für ihn war nicht einmal ein Platz in der Kutsche frei. „Ja so ist das bei uns“, schmunzelte er gelassen. „Kaiser haben hier im Tal der Könige nicht viel zu melden.“

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