Unesco-Liste
Münsters Rathaus soll Weltkulturerbe werden

Mittwoch, 08.06.2011, 06:06 Uhr

Münster - Die Stadt Münster will einen erneuten Anlauf unternehmen, um das Rathaus in das Weltkulturerbe aufnehmen zu lassen - und zwar gemeinsam mit dem Rathaus von Osnabrück. Er habe bereits mit seinem Osnabrücker Kollegen Boris Pistorius darüber gesprochen, bestätigte Oberbürgermeister Markus Lewe unserer Zeitung.

Man werde sich in den nächsten Wochen mit diesem Anliegen an die Unesco wenden. Gleichzeitig wollen die beiden Städte sich gemeinsam darum bemühen, für ihre Rathäuser das „Europäische Kultursiegel“ zu erhalten. Lewe: „Das ist der Weg, den wir jetzt gehen wollen.“

2002 hatte Münster schon mal einen Vorstoß unternommen, um das Rathaus zum Weltkulturerbe zu befördern. Allerdings ohne Erfolg. Es lag wohl zum einen daran, dass das Rathaus - nach Zerstörung und Wiederaufbau - kein wirkliches historisches Original mehr ist, und zum anderen daran, dass einzelne Gebäude ohnehin kaum noch eine Chance haben, in die Unesco-Liste aufgenommen zu werden.

Deshalb soll diesmal, so Lewe, mehr Wert gelegt werden „auf die Botschaft, die mit den beiden Rathäusern verbunden ist“ - auf den Westfälischen Frieden. „Das ist eine historische Besonderheit, die viel zu wenig Würdigung erfährt“, meint Münsters OB, die aber eine große und wichtige Rolle spiele, wie er selbst bei vielen Rathaus-Empfängen feststellen könne: „Der Westfälische Frieden hat eine neue Form des völkerrechtlichen Umgangs begründet“ - was damals passiert sei, habe weltkulturelle Bedeutung gehabt. Kurz und gut: Er sei sich mit seinem Osnabrücker Kollegen einig, „dass das zum Weltkulturerbe gehört - und wir haben deshalb nach wie vor großes Interesse daran, dass das als solches ausgewiesen wird“.

Wobei Lewe betont, dass das münsterische Rathaus gerade im entscheidenden Punkt ja auch durchaus auf historische Originalsubstanz verweisen kann: „Schließlich war man so weise, Teile des Mobiliars - eben die Einrichtung des Friedenssaales - im Krieg auszulagern, so dass sie im Original erhalten werden konnte“.

Parallel dazu wolle man sich auch um das „Europäische Kultursiegel“ bewerben - praktisch „die höchste Auszeichnung auf europäischer Ebene“, so Lewe. Sie ist noch recht neu. Der Kulturausschuss des Europaparlaments hatte erst im Oktober vergangenen Jahres beschlossen, ein Kultursiegel zu schaffen, das Denkmälern oder Schauplätzen verliehen werden soll, „die in der europäischen Geschichte oder Kultur oder bei der europäischen Integration eine bedeutende Rolle gespielt haben“.

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