Unterschiedliche Meinungen zu Umbenennung
Streit um Hindenburgplatz steht bevor

Mittwoch, 22.06.2011, 06:06 Uhr

Münster - Der Vorschlag ist in der Welt. Aber an seiner Umsetzung entzündet sich möglicherweise ein Parteienstreit. Dr. Michael Jung , stellvertretender Fraktionschef der SPD, plädierte gestern unmissverständlich für eine Umbenennung des Hindenburgplatzes . Eine vom Ältestenrat der Stadt eingesetzte Kommission, die in der vergangenen Woche ihre Arbeit beendet hat, kommt zu einer entsprechenden Empfehlung. (WN, 18.6.) „Sollte jetzt alles beim Alten bleiben, hätte man die Kommission nicht einberufen müssen“, so Jung.

Weitaus zurückhaltender äußerte sich Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU), der ebenso wie Jung Mitglied der Kommission war. „Über das weitere Verfahren entscheidet der erweiterte Ältestenrat“, erklärte der Oberbürgermeister. Diesem Gremium gehören neben Lewe auch die Fraktionsvorsitzenden im Rat sowie die Bürgermeister und Bezirksbürgermeister an.

Lewes Zurückhaltung mag damit zusammenhänge, dass eine Umbenennung in seiner eigenen Partei umstritten ist. Als erster Kritiker wagte sich der Ratsherr für Mauritz, Stefan Alexander Roth, aus der Deckung. „Die Benennung eines Platzes nach einer Person muss doch nicht immer bedeuten, dass die Bevölkerung uneingeschränkt hinter ihr steht.“

Deutlicher wurde Christoph Sluka, stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union: „Man kann die Person Hindenburg nicht auf eine fragwürdige Entscheidung in senilem Zustand reduzieren und so sein langjähriges politisches und militärisches Schaffen ausblenden“, warnte er davor, die Rolle des Reichspräsidenten Hindenburg bei der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler 1933 überzubewerten.

Am heutigen Mittwoch wollen die beiden Historiker Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer und Prof. Dr. Alfons Kenkmann die Ergebnisse der Kommission der Presse vorstellen. Beide Wissenschaftler gehörten ebenso wie Vertreter der Stadt Münster und des Rates diesem Gremium an.

Auch wenn Lewe gestern Wert auf die Feststellung legte, dass es bislang „keine Empfehlung von mir gibt“, zeigte er aber Sympathie für eine Umbenennung. Auf jeden Fall will er für eine rasche Entscheidung nach der Sommerpause sorgen.

Laut einer laufenden Online-Umfrage unserer Zeitung ist eine klare Mehrheit in der Bevölkerung gegen eine Umbenennung: Über 1500 User (75 Prozent, Stand gestern Abend) votierten für den bisherigen Namen.

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