Venngebiet
Kampf gegen Feuer geht weiter - Glutnester im Boden

Montag, 06.06.2011, 10:06 Uhr

Gronau - Die Einheit der Feuerwehr Essen schuftet tief im schwarz verbrannten Birkenwäldchen. Mit Hacken „pflügt“ sie den torfigen Boden des Amtsvenns auf. Rauch steigt dabei in die Höhe, zeigt, dass im Boden noch das Feuer wütet: „Mach mir das porentief rein“, sagt einer der verschwitzen Feuerwehrmänner grinsend zu seinem Kollegen. Und der hält den Schlauch auf die umgegrabene Stelle, löscht so das Feuer im Boden.

Am Sonntag, dem dritten Tag des Vennbrands, haben die rund 500 deutschen Feuerwehrleute, die gegen Mittag aktuell im Einsatz sind, den Brand auf der rund 200 Hektar großen Fläche (120 Hektar auf deutscher und 80 auf holländischer Seite) weitgehend unter Kontrolle. Zumindest oberirdisch scheinen die Flammen gelöscht.

Die Glutnester im Boden aber werden die Wehrleute noch Tage beschäftigen. Der Regen, der am Sonntagmorgen während eines kurzen Gewitters über dem Venn niedergeht, hat den Einsatzkräften zwar oberirdisch etwas geholfen. Aber: „Da muss noch viel, viel Wasser kommen, ehe alles gelöscht ist“, sagt Stadtbrandmeister Günter Meyer .

Gemeinsam mit Kreisbrandmeister Johannes Thesing und den Mitgliedern des Stabes nimmt Meyer gegen Mittag in den Garagen des „Heidehofs“ an einer Lagebesprechung teil. Auch Landrat Dr. Kai Zwicker macht sich dabei vor Ort ein Bild von der Lage. Aktuelle Luftbilder eines niederländischen Polizei-Hubschraubers werden auf die Wand projiziert. Dazu Aufnahmen einer Wärmebildkamera, auf denen gut die Glutnester zu erkennen sind.

Bis 22 Uhr am Sonntagabend sollte der Stab weiter den Einsatz koordinieren, dann aber aufgelöst werden. Danach, so die Planung, sollten die Wehren aus Gronau und Ahaus die Brandbekämpfung wieder übernehmen, wenn nötig mit Hilfe anderer Wehren aus dem Kreisgebiet.

Das ganze Wochenende über sind Einsatzkräfte aus ganz NRW ab jeweils vier Uhr morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit im Einsatz: 580 sind es zu Spitzenzeiten am Samstag, und auch am Sonntag spricht Feuerwehr-Sprecher Martin Bültmann von mehr als 500 Kräften, die durch spezielle Waldbrandzüge aus Minden, Lübbeke, Essen, Oberhausen, Herford, Düsseldorf und Warendorf gestellt werden. Sie bekämpfen in zugewiesenen Abschnitten das Feuer. Um an die schwer zugänglichen Einsatzstellen zu kommen, müssen die Wehrleute teilweise kilometerweite Fußwege zurücklegen. Der eigentliche Einsatz in der ringsum verbrannten Fläche mit Löschschlauch und Hacke ist schweißtreibend.

Die Wasserversorgung erfolgt über kilometerlange Schlauchleitungen. Am Samstag fördert die Wehr das Wasser aus einem Löschteich des Gaskavernenspeicher-Unternehmens „Eneco“ unweit des „Heidehofs“. Am Sonntag wir es aus einer Spülleitung der Salzgewinnungs-Gesellschaft Westfalen in die Schläuche eingespeist.

Schaulustige gibt es - anders als am Freitag - am Wochenende kaum noch im Venn. Großflächig ist das Gebiet gesperrt worden, die Baumwollstraße darf ab der B 54 in Richtung Alstätte nicht befahren werden.

„Allmählich wäre es ganz schön, wenn man aus dem Einsatz rauskäme“, sagt Pressesprecher Martin Bültmann, mit wenigen Stunden Unterbrechung seit Freitagmorgen im Einsatz. Das Ende ist aber noch nicht in Sicht. Denn: Die Schlacht ist zwar geschlagen, der Gegner aber noch nicht richtig besiegt.

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