Wilsberg-Dreh
Film-Keilerei um Parkplatz

Montag, 20.06.2011, 19:06 Uhr

Münster - Jetzt können wir ja mal petzen. Das Fahrzeug mit dem amtlichen Kennzeichen GI C 2409 stand am Freitag im Halteverbot am Alten Steinweg. Direkt im Schatten der Lamberti-Kirche. Und keinen hats gekümmert. Seine Besitzerin, Christina Brückel , stand seelenruhig hinter den Kameras und wartete auf den Einsatz: „Ich darf beim Wilsberg als Statistin mitmachen - aber wahrscheinlich kommt nur mein Auto rein.“

Christina Bückel hat in Gießen mit Leonhard Lansink einen Krimiabend veranstaltet. Zum Dank gabs also den Drehtag. Und den auch noch als Doppelpack. Denn die Crew von Eyeworks Fiction Cologne dreht derzeit zwei Wilsbergs in der Stadt. „Tod eines Schülers“, verrät Produzent Anton Moho, „und die Bielefeld-Verschwörung“. Wieso Bielefeld? Das gibts doch gar nicht. „Genau“, sagt Moho, „darum geht es.“

Wie das so ist beim Filmen, auch Kleinvieh muss in die Kiste. Gestern also im Schatten der Lamberti-Kirche eine wilde Parkszene, bei der sich Ina Paule Klink und Pierre Shrady in die Haare geraten. Der Alte Steinweg ist zugeparkt - vermutlich mit Sondergenehmigung des Ordnungsamtes.

„Sehr schöne Stadt“, sagt Regisseur Hans-Günther Bücking , „nur zu viele Halteverbotsschilder.“ Bücking, preisgekrönter Kameramann und Regisseur drehte schon mehrere Wilsbergs. Hier gefällts ihm. „Ich habe mir schon einen Altersruhesitz ausgesucht“, grinst er und schaut verträumt nach oben, wo nachts der Türmer von St. Lamberti tutet.

Ansonsten muss er warten. Denn bevor zum vierten Mal das rasante Einparkmanöver abgedreht wird, muss der Beleuchter sein Okay geben. Der steht am Alten Fischmarkt, inspiziert mit einer Art Monokel den Wolkenhimmel und ruft: „Noch zwei Minuten.“ Gerade brüllt nämlich der Leo, wie man so sagt, und im Film kann es nun mal nicht sein, dass eine Szene schattig anfängt und zwischendurch im hellsten Sonnenschein weitergeht.

Heute und morgen wird im Hafen weitergedreht, nächste Woche geht es zum ehemaligen Luftwaffenflugplatz in Halverde. Auch vor dem Antiquariat an der Frauenstraße wird gedreht. Dort gibt es übrigens einen Vorhang zum Garten. „Der ist in Köln“, grinst Moho.

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