DAK-Gesundheitsreport 2011
Krank trotz Traumjobs - jeder fünfte junge Arbeitnehmer fühlt sich überlastet

Donnerstag, 07.07.2011, 04:07 Uhr

Münsterland - Die meisten jungen Menschen sind durchaus zufrieden mit ihrem Job. Immerhin 72 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nehmen bei der Beschreibung ihrer Ar­beit die bedeutungsschwere Vokabel „Traumberuf“ in den Mund. Sogar 93 Prozent geben an, mit ih­rer täglichen Arbeit „sehr zufrieden“ zu sein. Das sind die positiven Ergebnisse des aktuellen Gesundheitsreports der Deutschen Angestellten-Krankenkasse ( DAK ).

Das klingt gut. Gäbe es da nicht eine Kehrseite, auf die die DAK am Mittwoch bei der Präsentation der regionalen Report-Ergebnisse in Münster besonders hinwies: „Knapp 20 Prozent der jungen Menschen empfinden ihren Ar­beitsalltag als überaus stressig. Das hat Folgen, die Karlheinz Leifhelm , der Chef der DAK in Münster, als „sehr alarmierend“ bezeichnete.

Junge Arbeitnehmer werden nämlich immer häufiger krank geschrieben. Und immer öfter sind psychische Erkrankungen der Grund dafür. „Bei inzwischen rund 21 Prozent der Krankgeschriebenen lauten die Diagnosen entweder Depression, körperliche Beschwerden ohne organische Ursachen oder aber sogenannte Anpassungsstörung als Reakti­on auf belastende Ereignisse“, sagte DAK-Gesundheitsberater Michael Vogts.

„Nimmt man nun in den Blick, dass ein heute 18-Jähriger noch 50 Jahre lang zu arbeiten hat, müssen wir davon ausgehen, dass jeder Vierte die Belastungen auf Dauer mit Sicherheit nicht aushalten wird“, sagte Leifhelm.

Beschwerden psychischer Natur sind bei Arbeitnehmern übrigens generell auf dem Vormarsch. So nahmen im Jahr 2010 die diesbezüglichen Fehltage im Vergleich zum Vorjahr NRW-weit um zwölf Prozent zu.

Grundsätzlich fördern die repräsentativen Zahlen des Reportes vor allem eines zutage: Die Zahlen im Münsterland unterscheiden sich kaum von denen im Land. Das Land wiederum liegt im Bundestrend. Der Krankenstand in Deutschland liegt bei 3,4 Prozent. Diese statistische Größe bedeutet: Von 1000 Arbeitnehmern fehlen jeden Tag krankheitsbedingt 34. NRW-weit liegt der Wert bei 3,3 Prozent, im Münsterland sind es 3,2 Prozent.

Interessanter wird es beim Blick ins Land. Der Raum Düsseldorf (2,8 Prozent) sowie die Städte Köln (2,9) und Bielefeld (3,0) sind mit Blick auf die Krankenstände Musterregionen. Die Schlusslichter mit vergleichsweise hohen Krankenständen sind die Kreise Recklinghausen (4,5 Prozent) sowie die Städte Gelsenkirchen / Bottrop (4,4), Dortmund (4,0) und Bochum (3,9). Einen Münsterland-Vergleich lässt der DAK-Ge­sundheitsreport 2011 nicht zu.

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