Debatte um Fleischverzicht
„Isst Münster veggie?“ - Grüne drängen auf eine Entscheidung

Mittwoch, 06.07.2011, 14:07 Uhr

Münster - Neugieriger Blick auf die Teller der Tischnachbarn in der Kantine . Ja, ja: Die Herren säbeln gerade das Schnitzel klein, die Damen sortieren den Salat auf dem Teller. Ein echtes Vorurteil. Denn natürlich gibt es Frauen, die gern Fleisch essen.

Und ebenso überzeugte Vegetarier und Veganer in der Männerwelt. Das zumindest hat eine Stichpunkt-Umfrage zum Thema „Veggie-Tag“ in Münster ergeben. Die Diskussion kreist um die Einführung eines „vegetarischen Donnerstages“ für die Stadt. Kommt er, oder kommt er nicht? Wer ist dafür, wer dagegen? Und warum?

„Wir beschäftigen uns mit dem Thema, nachdem der Rat im Dezember beschlossen hat, das Klimaschutzkonzept der Stadt Münster um die Bereiche Landwirtschaft und Ernährung zu ergänzen“, erläutert Achim Specht vom Umweltamt. Und Leiter Heiner Bruns betont: „Dazu zählt, die politische Diskussion zu begleiten und entsprechende Beschlüsse umzusetzen.“

Noch sei in dieser Hinsicht - „vegetarischer Donnerstag in Münster“ - aber kein Votum gefallen. Dies könnte in der Ratssitzung am 13. Juli passieren: Die Grünen haben am Dienstag einen sofortigen Beschluss zur Einsetzung des Veggie-Tags in Münster beantragt.

Zudem soll eine Veranstaltung am 16. Juli auf das Thema einstimmen. „Münster isst veggie“ lautet das Leitmotto am Stadthaus 1. Um 11 Uhr fällt der Startschuss für einen Info-Markt mit Ständen rund um dieses Thema. „Probieren und sich informieren“ wünschen sich die Veranstalter von den Besuchern, erläutert Michaela Becker vom Veggie-Treff, was sich die Veranstalter erhoffen. Zu ihnen zählen unter anderem auch das Institut für Theologische Zoologie, Naturschutzbund, Greenpeace, Vegetarierbund und die Vegane Gesellschaft.

Der „vegetarische Donnerstag“ soll, da sind sich alle einig, eine Empfehlung sein, ein Appell, sich bewusst mit gesunder Ernährung auseinanderzusetzen.

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe gehört zu den Menschen, die sich selbst auch gesunde Ernährung verordnet haben. „Viel regionales Gemüse“ steht für ihn im Vordergrund. Aber: „Ein gutes Stück Fleisch esse ich auch mal gern, nur nicht täglich.“ Natürlich müsse jedem selbst überlassen sein zu entscheiden, welche Ernährung ihm gut tue. „Die Bürger auf keinen Fall einengen, sie nicht erziehen wollen“, gibt er zu bedenken.

Gesundes Essen bieten viele Kantinen und Restaurants an. „Täglich“, so heißt es zum Beispiel aus der Uniklinik, können Mitarbeiter und Patienten „lecker fleischlos essen“. Es müsse nicht nur donnerstags sein.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/228355?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F594850%2F594924%2F
Scheiwe-Straße bleibt dicht
Die Theodor-Scheiwe-Straße bleibt dicht. 
Nachrichten-Ticker