Doppelanschlag in Norwegen
Es bleiben viele Fragen

Sonntag, 24.07.2011, 18:07 Uhr

Kein Terroranschlag , wie die Welt ihn seit Jahren kennt, sondern das barbarische Werk eines Einzelnen erschüttert die Menschen, lässt sie mit den Norwegern trauern. Unvorstellbar brutal, unfassbar gnadenlos handelte der mutmaßliche Täter Anders B. Breivik erst in Oslo , dann auf der Ferieninsel Utøya.

Dass er lebt und sich am Ende nicht selbst richtete, unterscheidet ihn erheblich von den Amokläufern, die voller Hass Dutzende Menschen umbringen und sich am Ende selbst richten. Der 32-jährige Norweger, wahnhaft in seiner Angst vor dem Anderen und Fremden, sieht sich offenbar als Held in einer blutigen Tragödie. Mit den bekannten Maßstäben ist dieser Mörder von Kindern und Jugendlichen nicht mehr zu messen.

Norwegen ist tief getroffen, will aber seine Werte von Freiheit und offener Demokratie nicht aufgeben. Die Freiheit, so sagte König Harald V., sei stärker als Angst.

Aber das Land wird zweifellos wachsamer sein, um so einen schwarzen Freitag nicht noch einmal zu erleben. Der Mörder konnte diesmal offenbar frei schalten und walten, um die Katastrophe vorzubereiten.

Fragen drängen sich auf, die sich nicht nur auf den Täter beziehen: Wieso nur musste es so lange dauern, bis die Einsatzkräfte Anders B. Breivik stoppten? Warum war er trotz der vielen Spuren im Internet, seiner irren Äußerungen, der Bilder und Videos nie ins Visier der Polizei geraten? Wie konnte er eine 500-Kilogramm-Bombe ins Regierungsviertel transportieren und sich bis an die Zähne bewaffnen?

Die Norweger haben bei aller Trauer ein Recht auf ehrliche Antworten.

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