Erdgasförderung
Fracking: Jetzt warnt auch das Bundesamt

Mittwoch, 27.07.2011, 19:07 Uhr

Düsseldorf - Die Risiken des Frackings möchte kein Politiker eingehen. Am Mittwoch hat auch die FDP-Landtagsfraktion für die Förderung von gebundenem Erdgas eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert. Das Fracking lehnt sie allerdings nicht ausdrücklich ab, eine Entscheidung könne „heute noch nicht getroffen werden“.

Das Fracking, bei dem mit einem giftiges Chemiegemisch Gas aus Gestein gelöst wird, hatten jüngst CDU , SPD und Grüne abgelehnt.

Rückendeckung gibt ihnen ein interner Bericht des Umweltbundesamtes, der unserer Zeitung vorliegt. Die Experten raten der Bundesregierung, das Bergrecht zu ändern und eine zwingende Umweltverträglichkeitsprüfung für jede Bohrung und jedes Gasgewinnungsfeld festzulegen. In „sensiblen Gebieten“ mit Trink- oder Mineralwasservorkommen sowie Heilquellen soll Fracking ausgeschlossen werden.

Das Amt verlangt die Offenlegung aller chemischen Substanzen und den Nachweis über die korrekte Entsorgung des Fördergemischs. Bislang gebe es keine geeignete Entsorgungsmöglichkeit.

Wibke Brems, Umweltpolitikerin der Grünen, warnte davor, ein Verbot des Frackings auf Wasserschutzgebiete zu beschränken. Es sei unklar, wie sich die Chemikalien im Boden verbreiten. Zugleich verwies sie für die Einführung der Umweltverträglichkeitsprüfung auf Zeitdruck: Nach bisherigem Recht könnten Energiekonzerne eine Fördergenehmigung einklagen.

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