"Olympiasieger aus Münster"
Box-Leistungszentrum kostet 1,3 Millionen Euro

Freitag, 08.07.2011, 13:07 Uhr

Münster - Dr. Farid Vatanparast , Boxtrainer beim Telekom-Post-SV am Schifffahrter Damm, hat ein gesundes Selbstbewusstsein. Als am Donnerstag im Rathaus die Pläne für das neue, 1,3 Millionen Euro teure Leistungszentrum vorgestellt wurde, da verkündete der leidenschaftliche Boxer: „Demnächst kommen die Olympiasieger aus Münster.“

Postwendend meinte Michael Müller , Sportdirektor beim Deutschen Boxerverband, etwas klarstellen zu müssen: „Wir reden hier von Siegen bei Jugendwettkämpfen, nicht von den echten Olympischen Spielen .“ Vatanparasts Replik kam wie ein linker Haken: „Das schaffen wir auch noch.“

Dabei ist Vatanparast kein kalter Verfechter des Leistungssports. Vielmehr hat er sich einen Namen gemacht, weil er erfolgreich Problemkinder von der Straße holt. „Boxen als Aggressionsabbau“, wie es Erich Dreke, Präsident des Amateur-Boxsportverbandes von Nordrhein-Westfalen, ausdrückte.

Dass ab 2012 im großen Stil auch talentierte Sportler aus der Region in Münster trainieren werden, empfindet Dr. Vatanparast als Glücksfall für seine ganz spezielle Form der Sozialarbeit: „Meine Jungen träumen alle davon, einmal Weltmeister zu werden.“

Zumindest die formellen Voraussetzungen werden dafür in Münster geschaffen. Am Schifffahrter Damm entsteht „ein hochmodernes Trainingszentrum“, so Müller. Neben Köln sei Münster künftig „der zweite herausragende Stützpunkt“ des Boxsports in NRW. Der Umstand, dass junge Talente aus der Region das ebenfalls in Münster angesiedelte Sportinternat besuchen können, bezeichnete der Sportdirektor als „sehr förderlich“.

Was die Finanzierung betrifft, so ergibt sich folgende Aufschlüsselung: Gut 900 000 Euro (darin enthalten 500 000 Euro aus den Sparkassen-Überschüssen) kommen von der Stadt Münster, 130 000 Euro vom Verein, rund 260 000 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen.

Müller lobte das münsterische Sportamt und Sportdezernentin Dr. Andrea Hanke ausdrücklich, weil sich ohne das beharrliche Vorantreiben des Projektes durch die Stadt das Land und die Boxerbände nicht auf den Standort eingelassen hätten.

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