Regionalplan
Landwirte machen mobil - Aufruf zum Widerspruch

Dienstag, 19.07.2011, 00:07 Uhr

Ochtrup - Noch ist alles vorläufig, reine Planung. Das wissen die Vertreter des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes (LOV) Ochtrup. Aber sie wissen auch, dass aus dem Regionalplan Münsterland Realität werden kann. Dass Flächen, die sie heute noch als Acker bewirtschaften, morgen oder übermorgen Naturschutz- oder Überschwemmungsgebiet sein könnten.

Wie der Bereich zwischen Autobahn 31 und Driländer See. „In der Fortschreibung des Regionalplans hat man die Fläche zum Schutz der Landschaft und zur landschaftsorientierten Erholung ganz erheblich ausgeweitet“, nennt der LOV-Vorsitzende Heiner Möllers ein Beispiel.

Das macht ihm und seinen Kollegen Sorgen. „Die Landwirte haben einfach Angst, dass das Ganze heute Plan und morgen Gesetz ist“, bringt es Andreas Koers, Schriftführer des LOV, auf den Punkt. Und der stellvertretende LOV-Vorsitzende Thomas Ostendorf fügt hinzu: „Hier heißt das Motto ,wehret den Anfängen. Schließlich hängt die Zukunft ganzer Höfe davon ab, ob es auch übermorgen noch Expansionsmöglichkeiten für sie gibt.“

Ein Problem, das Willi Rensing zur Genüge kennt. Der Ortslandwirt lebt seit 50 Jahren in einem Landschaftsschutzgebiet. Wenn er seinen Betrieb erweitern wollte, war das immer mit Schwierigkeiten verbunden. „Die Auswirkungen gewerblicher Bauweise werden in einem Landschaftsschutzgebiet deutlich schärfer beurteilt“, sagt Rensing.

Der Flächenverbrauch - allein im Kreis Steinfurt sind es rund 600 Hektar pro Jahr - sowie immer größere Natur- und Landschaftsschutzbereiche entziehen seiner Meinung nach den Landwirten nach und nach die Existenzgrundlage „Irgendwann gibt es keine Flächen mehr, die wir bewirtschaften können“, so Rensing.

Deshalb wollen er und die Vorstandsmitglieder des LOV ihre Kollegen, aber auch andere Grundstückseigentümer informieren und sensibilisieren. Denn die Zeit drängt. Wer Einwände gegen die Fortschreibung des Regionalplans oder eine Stellungnahme dazu abgeben will, muss sich beeilen.

Die Frist dafür endet am 31. Juli. „Da das ein Sonntag ist, würde ich die Post ein paar Tage früher auf den Weg bringen“, empfiehlt Ostendorf. Einzige Ausnahme bilden Gebiete für eine sogenannte energetische Nutzung. Da endet die Frist erst am 31. Dezember.

Die LOV-Vertreter raten ihren Kollegen, das Formschreiben auf der Internetseite des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes herunterzuladen und unterschrieben an die Bezirksregierung zu schicken. Ostendorf: „Damit wahrt man seine Rechte als Grundeigentümer.“

Möllers hat noch einen anderen Tipp parat: „Man kann sich auch direkt bei der Bezirksregierung registrieren lassen und seine Einwände eingeben. Dann bekommt man eine Registriernummer.“ Allerdings, so seine Erfahrung, ist das ziemlich zeitaufwändig.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/223608?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F594850%2F594924%2F
Turner-Ausstellung: Lange Schlangen am letzten Wochenende
An den letzten Tagen der Turner-Ausstellung bildeten sich rekordverdächtig lange Schlangen vor und im LWL-Museum für Kunst und Kultur.
Nachrichten-Ticker