Theater gegen Terror
Münsterisches Ensemble trat am Tag der Anschläge in Norwegen auf

Dienstag, 26.07.2011, 04:07 Uhr

Münster - Es war ein wunderbar-fröhliches Theaterfest , bei dem das Cactus-Theater aus Münster mit seiner Leiterin Barbara Kemmler im norwegischen Tromsø eingeladen war. Bis Freitag, als die Münsteraner mit ihrem Stück „Schwarz-weiß-Remix“ beim internationalen Amateur-Festival „Dialog“ gastieren sollten.

Als die acht Jugendlichen am Abend auf die Bühne traten, herrschte im Gastland Norwegen schon blankes Entsetzen angesichts der furchtbaren Anschläge eines einzelnen Täters. Barbara Kemmler hat auch drei Tage später Mühe, sich zu fassen: „Diese Tat richtete sich ausgerechnet gegen die zentrale Botschaft unseres Stückes - die individuelle Verständigung von Mensch zu Mensch, jenseits von Kultur, Herkunft und Hautfarbe.“

Die Cactus-Truppe, alle acht jungen Schauspieler haben eine Zuwanderungsgeschichte, die meisten sind dunkelhäutig, hatten vor dem schrecklichen Freitag schon eine vielbejubelte Aufführung hinter sich. „Die Norweger beknieten uns, trotz der furchtbaren Nachrichten zu spielen“, erzählt Barbara Kemmler.

Die ganze entsetzliche Wahrheit wurde erst am nächsten Tag deutlich: „In einem dünn besiedelten Land wie Norwegen kennt fast jeder jemanden, der an dem Ferienlager teilgenommen hat“, erzählt Kemmler. Die Betreuerin der Cactus-Schauspieler in Tromsø beispielsweise hatte vor einem Jahr an dem jetzt attackierten Lager der sozialdemokratischen Jugend teilgenommen.

Am Samstag gedachten die Münsteraner mit den Theaterleuten aus aller Welt der Toten des Attentats. Den Kontakt nach Norwegen will Cactus jetzt erst recht intensivieren.

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