BBV-Perspektive 2011/2012
Der 1. FC Bocholt soll nach turbulenter Saison wieder ein Team werden

Samstag, 13.08.2011, 09:08 Uhr

Bocholt - Wer sich in der Vorbereitung auf dem Trainingsgelände des 1. FC Bocholt umschaute, der bekam viele neue Gesichter zu sehen. Kein Wunder: Gleich neun Spieler haben den Fußball-Niederrheinligisten nach dem mit Mühe geglückten Klassenerhalt im Aufstiegsjahr verlassen, nachdem schon während der Saison acht Akteure gingen oder gehen mussten.

„Nach dem Klassenerhalt bot sich die Chance für einen Neuanfang, und ich trauere wenigen bis keinen Spielern hinterher“, sagt Sebastian Eul , Spielertrainer des 1. FC Bocholt. Denn eine anstrengende Saison liegt hinter dem Team vom Hünting, das nicht erst nach der Trennung von Trainer Ralf Bugla im Oktober in viele Grüppchen zerfiel. „Der Umbruch bietet nun die Chance, wieder eine Mannschaft zu werden. Und bislang sind wir auf einem sehr guten Weg“, sagt Eul.

Das liegt auch daran, dass Eul sich bei den Gesprächen mit den Neuzugängen viel Zeit gelassen hat. „Wir hatten zuletzt schwierige Charaktere, die sich mit dem Verein wenig identifiziert haben und ihre persönlichen Interessen in den Vordergrund gestellt haben. Uns war es deshalb wichtig, mit den Neuzugängen mehrmals zu sprechen, um so gut wie möglich einen Eindruck vom Charakter des Spielers zu bekommen“, sagt Eul.

Unterstützt wurde er dabei stets vom im Januar als Fußball-Obmann installierten Georg Schmeinck. „Er hält mir unheimlich den Rücken frei, sodass ich mich auch wieder auf meine eigene Leistung konzentrieren konnte. Wir telefonieren fast täglich. Seine Frau mag mich deshalb wahrscheinlich nicht so“, scherzt Eul. Nach den ersten Trainingswochen fühlen sich die beiden bestätigt, dass sie bei den 16 Neuzugängen richtig lagen. „Es herrscht eine gute Stimmung und man merkt, dass einige Akteure wieder aufblühen, bei denen es in der Vorsaison nicht so lief“, so Eul, der dabei etwa an Giovanni Vaccarello denkt.

Bei den Neuzugängen verspricht sich Eul vor allen Dingen von Milan Dehnen viel. „Er soll unser Offensivspiel ankurbeln. Wenn er sein Können abruft, ist er in dieser Liga überragend. Außerdem kann er unsere jüngeren Spieler führen“, sagt Eul über Dehnen, der für den 1. FC Kleve in der NRW-Liga spielte und nach dessen Insolvenz beim Niederrheinligisten Viktoria Goch aktiv war. Gleiches gilt für Thorben Versteegen. „Er wird die linke Seite stabilisieren und sich mit Flankenläufen über 60, 70 Meter mit in den Angriff einschalten“, ist sich Eul sicher. Auch von Gerrit Lange auf der Sechser-Position hält der Spielertrainer sehr viel. „Er kann von dort für mächtig Druck sorgen.“

Neue Chance für Tiganj

Eine neue Chance erhält Ernes Tiganj beim 1. FC Bocholt. Denn der Stürmer, der schon in höheren Ligen für Furore sorgte, spielte nach zahlreichen Verletzungen zuletzt in der Kreisliga B und startet nun einen Neuanfang. „Er bringt als Stoßstürmer alles mit, braucht aber noch etwas Zeit“, sagt Eul. Er selbst wird in der Innenverteidigung vermutlich mit Andreas Dammrath verteidigen, der als sehr erfahren gilt und zuletzt beim NRW-Ligisten VfB Homberg spielte. In der Vorbereitung konnte Dammrath aufgrund einer beruflichen Weiterbildung allerdings nur wenig trainieren.

Das wiederum nutzte Thilo Körperich, um sich in den Vordergrund zu spielen. „Überhaupt muss ich sagen, dass es mir überragend gefällt, wie die aus der A-Jugend kommenden Spieler bislang mitgezogen haben. Sie üben jetzt schon Druck auf die etablierten aus“, so Eul. Das gilt für Körperich ebenso wie für Stürmer Sven Dienberg, der in den Vorbereitungsspielen eine hohe Trefferquote vorwies. „Christian Gurny ist mit seiner guten Technik als zentraler Spieler schon eine Alternative und Luca Möller und Niklas Enck beeindrucken mit ihrer Einsatzbereitschaft“, so Eul. Der aus der A-Jugend vom VfL Rhede gekommene Julian Rathofer hat sich gar schon rechts in der Viererkette festgespielt. Das gelang Jan-Niklas Schmänk als A-Junior bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison auf der linken Offensivseite.

Ziel lautet Oberliga

Sehr viel Freude bereiten Eul auch Ömer Yüksel, Bahri Metin, Ahmet Memi und Asmar Malki. Sie sind durch eine Kooperation des 1. FC Bocholt mit dem SC Enschede am Hünting gelandet. „Wie ehrgeizig sie sind, zeigt schon, dass sie zu jeder Trainingseinheit mehr als 50 Kilometer pro Strecke fahren“, so Eul. Malki soll wie auch der vom SV Haldern gekommene Julian Heise Druck auf Stammtorhüter Tobias Ladermann ausüben.

„Unser Ziel ist es natürlich, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen, um damit automatisch in der neuen Saison in der Oberliga zu spielen“, sagt Eul. Beste Voraussetzung hierfür wäre ein guter Start, der dem jungen Team Sicherheit gibt und es wachsen lässt. „Das Derby im ersten Spiel beim VfL Rhede bietet somit auch die Möglichkeit für einen Megastart“, sagt Eul.

| Wie schneidet der 1. FC Bocholt in der neuen Saison ab? Stimmen Sie im Internet ab unter www.bbv-net.de/voting.

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