Brandstiftungen
Feuerteufel löschten offenbar mit

Dienstag, 23.08.2011, 14:08 Uhr

Gronau - Einem aufmerksamen Zeugen ist es zu verdanken, dass die Polizei offenbar mehrere Brandstiftungen aufklären konnte. Sie verdächtigt drei junge Gronauer, in wechselnder Besetzung für mehrere Feuer der vergangenen Wochen verantwortlich zu sein. Pikant: Bei dem Trio handelt es sich um Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Gronau, die teils auch selbst an den Löscheinsätzen beteiligt waren.

Die Verdächtigen wurden inzwischen vom Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr suspendiert, wie der stellvertretende Gronauer Wehrleiter, Günter Setzpfand, gegenüber den WN betonte. Diese Regelung gelte bis zur Aufklärung der Straftaten, so Setzpfand. Weitere Angaben wollte die Wehrleitung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht machen.

Wie die Kreispolizeibehörde Borken am Dienstag mitteilte, hatte der Zeuge am vergangenen Donnerstag gegen 18 Uhr einen Wagen im Amtsvenn beobachtet und sich das Kennzeichen notiert. Knapp eine Stunde später brannte - wie berichtet - eine rund 1200 Quadratmeter große Moor- und Heidefläche.

Als der Zeuge von dem Feuer erfuhr, meldete er sich bei der Polizei und teilte seine Beobachtungen mit. Über das Nummernschild des Pkw geriet schließlich der Sohn des Fahrzeughalters, ein 23-jähriger Gronauer, ins Visier der Ermittler. Nach anfänglichem Leugnen habe dieser zugegeben, den Brand gelegt zu haben, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Zudem soll er eingeräumt haben, auch an anderen Stellen gezündelt zu haben, darunter im Amtsvenn am 11. August, auf einem Stoppelfeld am Hermann-Löns-Weg in Gronau am 4. August und bei einem Brand von 20 Rundballen Stroh auf einem abgemähten Getreidefeld in Lasterfeld am 31. Juli.

Bei den Taten sei er zumeist in Begleitung eines 20-jährigen Gronauers gewesen, teilten die Ermittler weiter mit. Auch dieser junge Mann sei geständig. Der bei den vier Bränden entstandene Sachschaden liegt bei mehreren Tausend Euro.

Zudem sei im Zuge der Ermittlung ein 19-jähriger Gronauer in den Verdacht geraten, einen weiteren Brand gelegt zu haben. Nach Aussagen eines der anderen Beschuldigten soll er im Gebiet Bardel/Grafschaft Bentheim am vergangenen Mittwoch eine landwirtschaftliche Lagehalle in Brand gesetzt haben. Das Feuer hinterließ nach Polizeiangaben einen Sachschaden in einer Höhe von zirka 600.000 Euro. Der 19-Jährige streite die Tat aber ab, so die Polizei weiter.

Personen waren bei keinem der Brände verletzt worden. Die drei Verdächtigen wurden nach ihren Vernehmungen und weiteren kriminalpolizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Die drei jungen Gronauer seien Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Gronau, so die Polizei: Bei den Löscharbeiten am Hermann-Löns-Weg seien der 23- und der 20-Jährige beteiligt gewesen. Ob die Verdächtigen weitere Brandstiftungen begangen haben, wird noch ermittelt.

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