Sommeraktion DZ
DZ-Sommeraktion: Polizeiboot in Frauenhand 

Dienstag, 09.08.2011, 20:08 Uhr

Dülmen . Keine wilde Verfolgungsjagd, keine Schießerei, kein dubioses Treibgut: DZ-Leser Lisa und Markus Brexendorf erleben eine eher entspannte Streife auf dem Dortmund-Ems-Kanal in Münster . „Montag ist eigentlich immer der ruhigste Tag in der Woche“, erklärt Hauptkommissar Ulrich Wenners. Er und sein Kollege Guido Kemper zeigen den beiden Gästen aus Dülmen, wie die Wasserschutzpolizei Münster arbeitet.

Langweilig wird Mutter und Sohn auf der „W-16“, einem der beiden Polizeiboote , mit dem die Münsteraner Beamten rund 60 Kanalkilometer zwischen Lüdinghausen und Ibbenbüren bestreifen, keinen Augenblick: „Das war wirklich ein toller Tag“, freut sich Lisa Brexendorf später, dass sie bei der DZ-Sommerferienaktion dabei war. „Fliegen ist gar nichts für mich, aber auf so einem Boot, das macht wirklich Spaß“, findet sie.

Kaum haben die beiden Passagiere sich an den schwankenden Untergrund gewöhnt, ist es vorbei mit dem gemütlichen Kreuzfahrt-Feeling: „Sie wollten ja Boot fahren, wer möchte zuerst ans Steuer?“, fragt Oberkommissar Kemper.

Markus fasst sich ein Herz und steuert die Gruppe sicher durch den Kanal. „Auf Lenkbewegungen reagiert das Boot verzögert, daran muss man sich erst gewöhnen“, berichtet er. Dann darf Mama ran, und gibt Gas - wie bei Miami Vice, das hatte sie schon vorab versprochen. Auch für das Polizeiboot W- 16 eine ungewöhnliche Erfahrung - derzeit arbeitet keine Kollegin bei der Wasserschutzpolizei in Münster.

Die ist vor allem für die Überwachung der Binnenschifffahrt, im Sommer aber auch für die Sicherheit tausender Badegäste am Kanal verantwortlich. „Durch gezielte Streifen konnten wir das Brückenspringen und auch das gefährliche Anschwimmen von fahrenden Schiffen reduzieren“, erklärt Wenners. Beim Kontrollgang auf einem Schiff legt das Polizeiboot zunächst seitlich an, ein Beamter betritt das andere Schiff. „Wir kontrollieren die Papiere, den technischen Zustand und vor allem die Ladung“, erklärt Kemper. Nur 2,50 Meter Tiefgang sind im Dortmund-Ems-Kanal erlaubt, zum Schutz des Kanalgrundes. „Wer tiefer liegt, muss mit Bußgeld rechnen“, erklärt Kemper. Zehn Zentimeter mehr Tiefgang seien je nach Schiff eine komplette Lkw-Ladung. Da ist die Versuchung groß. Ältere Kapitäne müssen jährlich zum Gesundheitscheck. Den Termin kann ein alter Seebär ja schon mal verschwitzen. Die freundlichen Beamten erinnern gerne daran.

Rund um die Uhr sorgen 16 Polizeibeamte in drei Schichten auf dem Kanal für Ordnung. Umweltvergehen, Schiffsunfälle, und manchmal tragische Ereignisse: „Ein Kollege vom Schifffahrtsamt ist hier ums Leben gekommen“, erinnert sich Wenners. Er hatte an Deck gearbeitet, als das Boot unter einer sehr niedrigen Brücke herfuhr. Die großen Schiffe können ihr Führerhaus hydraulisch absenken - was der Kollege leider nicht tat.

Die Brexendorfs nehmen viele Eindrücke mit: „Sehr interessant, den Hafen einmal vom Wasser aus zu sehen“, findet die Mutter. Markus Brexendorf hat sich einfach mal unverbindlich nach dem Berufsweg erkundigt, der zur Wasserschutzpolizei führt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/75930?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F594850%2F594897%2F
„Jetzt kann Weihnachten beginnen“
Zwischen den stimmungsvoll beleuchteten Prinzipalmarkthäusern versammelten sich am Sonntagabend Tausende, um gemeinsam internationale Weihnachtslieder zu singen, die David Rauterberg (kleines Bild) auf der Bühne anstimmte.
Nachrichten-Ticker