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Prachtvolle Hohenzollern-Hochzeit in Sanssouci

Freitag, 26.08.2011, 00:08 Uhr

Potsdam / Berlin - Es gilt als das gesellschaftliche Ereignis des Jahres in Deutschland: Die Hochzeit des Ururenkels von Kaiser Wilhelm II., Georg Friedrich Prinz von Preußen (35), und seiner Verlobten Sophie Prinzessin von Isenburg (33). Nach der standesamtlichen Trauung am Donnerstag wird das Paar am Samstag in Potsdam kirchlich heiraten. Rund 700 geladene Gäste aus dem deutschen und internationalen Hochadel werden dazu in der Friedenskirche im Park von Schloss Sanssouci erwartet. Etwa 100 Journalisten aus dem In- und Ausland haben sich angekündigt. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) wird drei Stunden live im Fernsehen berichten. Die «erste Riege» der europäischen Königshäuser und des Hochadels wird vermutlich nicht an den Feierlichkeiten in Potsdam teilnehmen. «Es kommt keine Königin, auch keine Prinzessin Kate oder Letizia», sagt Michaela Blankart, Leiterin der Generalvertretung des vormals regierenden Preußischen Königshauses. «Die anderen großen Familien werden aber Vertreter schicken. Das gehört sich einfach so», sagt ARD-Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert. Zwar handelt es sich nicht um eine königliche Hochzeit, wie es etwa die Trauung von William und Kate in London war, doch gäbe es in Deutschland eine Monarchie, wären Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie das Kaiserpaar. Tatsächlich führen die Brautleute eher ein bürgerliches Leben: Beide sind Betriebswirte und arbeiten in Unternehmen in Rostock und Berlin. Sie gelten als bodenständig und zurückhaltend ohne Standesdünkel. «Die Hochzeit ist immer noch eine privates Ereignis», betont Blankart angesichts des Medieninteresses. Doch der Preußen-Nachfahre ist mit allen wichtigen europäischen Adelsfamilien verwandt und außerdem feiert die Hohenzollern-Dynastie in diesem Jahr ihr 950-jähriges Bestehen - das verpflichtet. Und so wird nicht im heimischen Schloss Birstein der Braut in Hessen geheiratet, sondern in der ehemaligen Residenzstadt Potsdam, in der die Hohenzollern glanzvolle Geschichte geschrieben haben. Zur Freude von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der neben Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zu den Gästen gehört: «Georg Friedrich Prinz von Preußen ist ein bekennender Potsdam-Fan. Deswegen ist es eine besondere Freude, dass er die Stadt als Ort für seine Hochzeit auserkoren hat.» Adelsexperte Seelmann-Eggebert geht davon aus, dass das Paar mit der Ortswahl auch ein Bekenntnis zum alten Stammsitz der Hohenzollern ablegt. Zur Friedenskirche im Schlosspark wird die Braut in einem grauen Rolls-Royce gefahren. «Der Wagen ist von einem Freund des Prinzen und kommt aus Schweden», erklärt Hohenzollern-Sprecherin Blankart. Nach der Trauung geht es bei schönem Wetter in einem nachtblauen Landauer durch Potsdam und Park Sanssouci. «Bei schlechten Wetter nehmen wir den Rolls-Royce», so Matthias Zeckert von der Veranstaltungsagentur German Arts. Vorbei an Weinterrassen und sprudelnden Rokokofontänen fährt das Paar zu den Neuen Kammern zum Empfang mit rund 700 Gästen. Am Abend gibt es in der Orangerie ein Galadinner mit etwa 370 Gästen. Mit ihrer Hochzeit krönen der Prinz und seine Braut ihre langjährige Beziehung. Der Hohenzollern-Nachfahre und die hessische Prinzessin kennen sich schon von Kindesbeinen an. Getraut werden sie in einem ökumenischen Gottesdienst, da der Prinz evangelisch und seine Braut katholisch ist. Den katholischen Part übernimmt der pensionierte Abt Gregor Henckel von Donnersmarck, Onkel des Oscar-Preisträgers Florian Henckel von Donnersmarck; um den evangelischen Teil des Gottesdienstes kümmert sich Michael Wohlrab von der Auguste-Victoria-Stiftung. Die Kirche wird auf Wunsch des Paares in Blau und Weiß mit viel Rittersporn geschmückt sein. Der Bräutigam wird einen Cut tragen. Das Aussehen des Brautkleid von Prinzessin Sophie soll jedoch wie in England und Monaco bis zuletzt geheim bleiben.

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