Auszeichnung als „Fairtrade-Stadt“
Münster bekennt sich zu fairem Handel

Dienstag, 27.09.2011, 19:09 Uhr

Münster - „Fair handeln, fair einkaufen, fair leben - das muss unser Münster-Gefühl werden.“ Was Oberbürgermeister Markus Lewe fordert, ist für viele Münsteraner längst Lebensmaxime. Gestern Abend wurde die Stadt dafür vom Verein Transfair als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet.

In vielen Bereichen, lobte Transfair-Geschäftsführer Dieter Overath , hat Münster Vorbildcharakter: „Da ist Münster erste Liga, vielleicht sogar Europa-Liga.“ Overath lobte, dass selbst große Ketten wie Lidl oder Starbucks heute den Fairtrade-Gedanken verbreiten. Rewe beziehe Rosen nur noch aus kontrolliertem Fairtrade-Handel.

„Die Kunden zahlen den Preis“, sagte Ortwin Scheffler vom Café Issel in der Diskussion. Er wurde belächelt, als er vor 20 Jahren fair gehandelten Kaffee anbot. Heute ist der trendy: „Weil er schmeckt.“

Auch Matthias Peters von der Kaffeerösterei Vollmer ist sicher: „Kaffee muss wieder Genussprodukt werden.“ Dann würde der eine Cent Aufpreis pro Tasse niemanden stören.

Fair Trade hatte gestern prominente Fürsprecher. Comedian Lisa Feller wünschte sich mehr „Mutti-Tauglichkeit“ der fair gehandelten Waren. TV-Promi Götz Alsmann war dabei, als der erste fair gehandelte Kaffee in Münster eingeführt wurde. In dieser Beziehung lobte er Münster als Paradies: „Geht mal in die Provinz und guckt, was da los ist.“

Denn das Fair-Bewusstsein fehlt doch noch oft. Ob bei der Hauswirtschaftsmeisterin, von der Weihbischof Stefan Zekorn berichtete. Oder auch beim Produzenten selbst. Joseph Sylvand au Tansania, Mitglied einer Kaffeekooperative: „Wenige meiner Landsleute kennen die Möglichkeiten des fairen Handels.“ Es gibt einiges zu tun. Die Devise gab Transfair-Chef Overath aus: „Knacken Sie Aldi!“

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