"Raus aus den Schulden"
RTL-Schuldnerberater Peter Zwegat hilft jungem Paar aus Billerbeck

Donnerstag, 08.09.2011, 00:09 Uhr

Billerbeck - RTL-Schuldnerberater Peter Zwegat hat seinen Weg ins Münsterland gefunden. Nach Billerbeck. Dort hatte ihn ein junges Paar mit Baby um Hilfe gebeten. Die 20 und 25 Jahre alten Eheleute haben insgesamt 12.000 Euro Schulden. Die Sendung "Raus aus den Schulden" wurde am Mittwochabend ausgestrahlt. Billerbeck hat eine Arbeitslosenquote von nur fünf Prozent und somit eine der geringsten in Nordrhein-Westfalen. Sebastian Z. (25) ist gelernter KFZ-Mechatroniker und zum Zeitpunkt der Sedungsaufzeichnung mit kurzen Unterbrechungen trotzdem seit zwei Jahren arbeitslos. Seine Ehefau Jaqueline hat einen Hauptschulabschluss, ist aber ungelernt und derzeit "Arbeitslose im Mutterschutz". Die Familie lebt von Hartz IV , die Kosten der Wohnung in Höhe von 540 Euro Warmmiete trägt das Amt. "Wir wollen nicht ein Leben lang vom Staat leben", sagt Sebastian Z. und - an die Zuschauer gewandt - "Ihr arbeitet alle für mich". Allerdings scheint ein Job für das Paar auch nicht so verlockend: "Wir haben das mal durchgerechnet." Wenn er Arbeit hätte, dann hätte das Paar mit dem neuen Netto-Verdienst laut Aussage von Jaqueline noch weniger Geld als zur Zeit. Aus dem gleichen Grund nimmt sie keinen Kassiererjob an: "Dann haben wir genau das gleiche Einkommen wie jetzt." 810 Euro hat die junge Familie monatlich zur Verfügung. Kindergeld für die nur wenige Monate alte Tochter, Kindergeld für die erst 20 Jahre alte Ehefrau, Erziehungsgeld, Hartz IV. Das Geld für die Miete wird direkt an den Vermieter überwiesen. Die Ausgaben pro Monat: 841 Euro, davon alleine 280 Euro für Auto, Zigaretten und Handy. Hinzu kommen noch zu begleichende Schulden. 1660 Euro Mietschulden bei einem ehemaligen Vermieter, die das Paar jedoch nicht zahlen will, da sie wegen Schimmelbefalls außerordentlich gekündigt hätten. Aus dem gleichen Grund sind auch Zahlungen bei einem zweiten Vermieter offen. Desweiteren 1360 Euro aus einem Handyvertrag, ein mit 3700 Euro überzogenes Konto, Stromrechnungen, Zeitungsrechnungen. Allein die Schulden bei Versandhäusern liegen bei 840 Euro. Dabei hätte sie ihrem Kind doch nur etwas bieten wollen, klagt die junge Mutter. 590 Euro erhielt sie nach eigenen Angaben von der Stadt Billerbeck für die Baby-Erstausstattung, auf eine weitere Fördermöglichkeit sei sie nicht hingewiesen worden. Zudem brauche das Kind alle zwei Woche neue Kleidung. Kosten für ein Baby-Duschgel beziffert Jaqueline Z. mit acht Euro, die für ein Paket mit 64 Windeln auf 21 Euro. Die Kosten für ein Kind, so gibt sie zu, habe sie schlichtweg unterschätzt. Einsparpotential sieht das Paar aber keines - auch nicht bei den Zigaretten. Sie will nicht aufhören zu rauchen, solange er nicht mitmacht. Da sonst nur sie spare, er aber weiter Geld ausgebe. Sebastian Z. hingegen betont: "Das ist doch das Einzige, was man sich noch gönnt." Das Paar zeigt laut Peter Zwegat kaum Einsicht, bei einer Privatinsolvenz, deren Kosten teils der Steuerzahler tragen müsse, will Zwegat daher nicht helfen. Stattdessen erhält er bei einer Münchner Stiftung die Zusage über 2500 Euro für einen Schuldenvergleich, sollte denn das Paar eine ähnlich hohe Summe mit Hilfe von Verwandten und Freunden ebenfalls auftreiben können. Außerdem setzt er sich für eine mögliche Beschäftigung von Sebastian Z. in einem Kfz-Betrieb in Osnabrück ein. Rund 2000 Euro Einstiegsgehalt und Prämienzahlungen seien dort möglich. Doch diese Vorschläge kann der Schuldnerberater dem Paar gar nicht mehr unterbreiten. Rund sechs Wochen nach dem Erstkontakt mit dem Paar erhält er eine SMS, in der die Familie ihm mitteilt, die Dreharbeiten und auch die Zusammenarbeit mit Zwegat abbrechen zu wollen, "da wir bislang die gewünschten Ergebnisse noch nicht gesehen haben". Angeblich, so erfährt Zwegat später, habe Sebastian Z. durch eigenen Antrieb einen Job gefunden. Das Paar selbst äußert sich dazu in der Sendung nicht mehr.

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